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Fünf innovative Lösungsanbieter und ihre Lösungen für eine grüne nachhaltige Energieversorgung

Leitartikel Dezember 2020 – Nachhaltige Energieversorgung

Es gibt bereits zahlreiche Ansätze und technische Lösungen für eine grüne nachhaltige Energieversorgung. Nur wer entwickelt diese Lösungen und überführt sie in Anwendungen für den Markt?

Fünf Lösungsanbieter stellen wir euch vor, die zeigen, wie sich mittels innovativer Ansätze und Anwendungen von neuen Technologien eine grüne nachhaltige Energieversorgung realisieren lässt.

Wie beispielsweise erneuerbare Energie durch Ausnutzung von Höhenwinden vor Ort erzeugt und genutzt werden kann oder wie erneuerbare Energie im Wärme-, Gebäude- und Verkehrsbereich Verwendung finden kann. Neue Schnellladelösungen helfen die Akzeptanz bei der Verbreitung der Elektromobilität zu stärken. Prosumer-Lösungen befördern die Energiewende und Verbreitung von erneuerbaren Energien. Zugleich sind es grüne Lösungen, die helfen, CO2-Emissionen zu reduzieren.

Mehr erneuerbare Energie vor Ort

Der Anteil des Bruttostromverbrauchs aus erneuerbarer Energie ist auf 42 Prozent für das Jahr 2019 gestiegen. Tendenz weiter steigend. Allein für das Jahr 2020 könnte der Anteil auf über 50 Prozent ansteigen mit Blick auf die Daten der Energy Charts. Nur ein Zeichen für den Siegeszug erneuerbarer Energien, wenn man den Zeitraum dieses Wachstums bedenkt. Gerade einmal 20 Jahre hat der Roll-out der erneuerbaren Energien gebraucht. Dass es so bleibt, daran arbeitet die Energiebranche derweil mit vereinten Kräften.

Die Zweifel an den Potenzialen der erneuerbaren Energien und der Machbarkeit einer vollumfänglichen Energiewende, die es einmal gab, sind längst gewichen. Doch längst sind nicht alle Möglichkeiten und Potenziale einer erneuerbaren Energieerzeugung und -nutzung voll erschlossen.

Nach wie vor gibt es innovative Lösungsansätze und grüne Technologien, deren Anwendungen sich in der Entwicklung befinden, kurz vor dem Markteintritt stehen oder auf Skalierung warten. Zu nennen sind hier beispielsweise der Bereich der gebäudeintegrierten Photovoltaik (GIPV). Hier können PV-Module in die Gebäudehülle integriert werden. Das funktioniert für Dächer, Fassaden oder Fenster-Elemente.


Lesetipp! – Noch mehr Fachwissen zu dem Thema GIPV hält der Beitrag auf Baunetz-Wissen bereit.


Auch im Bereich Windkraft gibt es unzählige Nutzungsmöglichkeiten, wie der Journalist Daniel Hautmann in seinem Buch „Windkraft neu gedacht“ berichtet . Eine dieser Nutzungsmöglichkeiten stellen wir nachfolgend ausführlicher vor.    


Windkraft neu gedacht - Buchrezension

BÜCHERREGAL

Buchtipp: Windkraft neu gedacht

Rezension zum Buch


#1 EnerKite GmbH – Die Kraft der Höhenwinde ausschöpfen

Die zu Land erzeugte Windenergie ist immer noch die am meisten verbreitete erneuerbare Energie, auch wenn der Anteil von Solarenergie und auch Windenergie auf dem Meer stetig zulegen. Nur stößt die Windkraft an Land nicht überall auf Gegenliebe. Eine Alternative bietet der von dem Berlin-Brandenburger Unternehmen EnerKite entwickelte Flugwinddrachen. Dieser schöpft die Kraft der Höhenwinde aus, die konstant verfügbar sind.

Allein mit ihrem bisherigen Modell, dem EnerKite „EK200 FP“ könnten sie bereits 60 Haushalte mit Strom versorgen. Mit ihren 14 m2 großen Flügeln erreicht die Flugwindkraft-Anlage eine Leistung von 30 kW. Die Energie wird, anders als bei modernen Windkraftanlagen, am Boden und nicht in luftigen Höhen mit Hilfe eines Generators erzeugt. Steuern lässt sich die Flugwinddrachen-Anlage vollautomatisch und autonom.

Ab Mitte 2021 soll eine erste EnerKite-Kleinserie auf den Markt durch Unterstützung mit öffentlichen Fördermitteln. Ebenso gibt es erste Pilotkunden, wie Frankreichs multinationalem Energieversorger ENGIE, die gemeinsam mit EnerKite den Flugwinddrachen zur Serienfertigung weiterentwickeln. Außerdem hat EnerKite bereits über eine halbe Million Euro von privaten Investoren auf der Crowdinvesting-Plattform FunderNation eingesammelt. Weitere Beteiligungen sind möglich. Nach bestehender Planung gehen die EnerKites ab 2023 in Serie.   


Flugwindkraftanlagen Feldtest aus der Höhe

EnerKíte Flugwindkraftanlagen ernten grünen Strom aus über 300 Metern Höhe

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Erneuerbare Energie für eine ganzheitlich gedachte Energiewende

Wer die Energiewende ganzheitlich betrachtet, weiß, es braucht erneuerbare Energie nicht nur im Stromsektor, sondern in allen Bereichen, in denen Energie benötigt wird. Damit müssen Zugänge zu sauberer Energie auch für Gebäude, Verkehr, Industrie und Landwirtschaft erschlossen werden. Einen Lösungsanbieter, der erneuerbare Energie für die Wärmeversorgung und Industrie erschließt, ist die LUMENION GmbH. Sie stellen wir euch hier kurz vor.  

#2 LUMENION GmbH – Erneuerbaren Strom als Wärme bei 650 Grad Celsius speichern

Das in Berlin ansässige Unternehmen LUMENION hat einen Hochtemperatur-Stahlspeicher entwickelt. Dieser kann Strom als Wärme bei 650 Grad Celsius zwischenspeichern und ihn zeitversetzt für industrielle Zwecke als Prozesswärme oder für die Versorgung mit Fernwärme bereitstellen. Dabei zielt der LUMENION-Speicher vor allem auf das Speichern von erneuerbarer Energie aus Wind- und PV-Anlagen ab.

Einsetzen lässt sich der Speicher als kommunale Lösung für die lokale Energieversorgung mit CO2-freier Wärme. Auch für Industrieunternehmen gewinnt eine solche Lösung aufgrund der Einführung von CO2-Preisen an Attraktivität. Die Hochtemperatur-Stahlspeicher bilden, laut Aussagen des Unternehmens, ein Bindeglied zwischen dem Strom- und Wärmemarkt. Ideal um auch Prozessdampf, Heizwärme und Warmwasseraufbereitung aus erneuerbarer Energie zu speisen. Immerhin geht mehr als die Hälfte der benötigten Energie für die Wärmeversorgung drauf.

Durch Erneuerbare Energie weniger Treibhausgase freisetzen

Sauberer Strom soll in den kommenden Jahren nicht nur in unseren Stromnetzen fließen und einer nachhaltigen Energieversorgung dienen. Ebenso soll die aus erneuerbaren Energiequellen gewonnene Energie auch dank Elektromobilität in Autos und Verkehr zum Einsatz kommen. Doch dazu sind derzeit noch Meilenstiefel nötig. Denn im Gegensatz zu anderen Wirtschaftsbereichen kann von einer ambitionierten Minderung der Treibhausgase im Verkehrssektor derzeit noch keine Rede sein.

So haben Logistik, Verkehr und Diesel-Kraftstoffverbrauch auch wegen des starken Wirtschaftsbooms zugenommen. Alternative Verkehrslösungen, wie die Share-Economy haben bislang nicht die erhoffte Entlastungswirkung gezeigt. Daher wird nun große Hoffnung auf den zu Beginn kommenden Jahres in Deutschland startenden Emissionshandel (EHS) gelegt. Dieser soll dazu beitragen, dass das Emittieren von Treibhausgasen auch im Verkehrsbereich deutlich teurer wird und damit Anreize für grüne nachhaltige Lösungen geben.

Ein Konzept, das auf die Treibhausgas-Minderungsquote (THG) einzahlt, hat das Unternehmen GreenTrax entwickelt. Wir stellen ihren Ansatz kurz vor.    

#3 GreenTrax – Grüne Energie für die Elektromobilität

Für einen nachhaltig emissionsarmen Verkehr setzt sich das junge Unternehmen GreenTrax ein. Auf Grundlage der seit 2015 bestehenden THG-Minderungsquote (THG steht für Treibhausgas) sollen Emissionen im Verkehrssektor reduziert werden und dafür nachhaltige Kraftstoffe genutzt werden. Zugleich soll die THG-Minderungsquote, nicht zu verwechseln mit dem ab 2021 in Kraft tretenden nationalen Emisionshandelssystem (EHS) – dazu beitragen, verstärkt in den Ausbau erneuerbarer Energien auch im Mobilitätssektor zu investieren.

GreenTrax betrachten die THG-Minderungsquote zwar als ein wirksames Klimaschutz-Instrument, mit dem sich Emissionen reduzieren und vermeiden lassen. Dennoch kritisieren sie dessen bisherige Intransparenz. Mit Hilfe von digitalen Lösungen hat sich GreenTrax zur Aufgabe gemacht, Transparenz und faire Marktzugänge herzustellen, indem sie „den wichtigsten Kraftstoff der nahen Zukunft, Strom aus erneuerbarer Energie, anrechenbar machen und die Emissionen „tracken““.

Dazu bietet GreenTrax eine Plattform an, die private und gewerbliche Ladepunkte einbindet. Wenn gewünscht kann GreenTrax auch als Pooling-Dienstleister beauftragt werden. Mit ihrer grünen Digitallösung stellt GreenTrax zum einen die technische Infrastruktur zur Verfügung und zum anderen Experten-Wissen, welches sie in Form von Beratung, Workshops oder Studien anbieten.

Ladezeiten für Elektroautos verkürzen

Die Reichweitenangst ist ein vielzitierter Grund, warum die Elektromobilität nur schleppend in Fahrt kommt. So ist die Zurückhaltung, trotz wachsenden Elektromobilitäts-Angebots, nach wie vor spürbar. Wenngleich es eine positive Entwicklung bei den Neuzulassungen gibt.

Doch die Reichweitenangst begründet sich nicht nur darauf, irgendwo mit seinem E-Gefährt liegen zu bleiben. Was Verbraucher abschreckt, sind die zum Teil langen Ladezeiten, ehe eine Fahrt fortgesetzt werden kann. Hierzu hat das Unternehmen ME Energy – Liquid Electricity eine Ladelösung entwickelt, die ein Laden des E-Autos innerhalb von 10 Minuten erlaubt. Sie stellen wir euch kurz vor.

#4 ME Energy – Liquid Electricity GmbH – Autarke Schnelladelösung ohne Netzanschluss

Zu den Anbietern von Ladeinfrastruktur zählen Stadtwerke und Energieversorger. Doch noch sind sie vielerorts von einer profitablen wirtschaftlichen Fahrweise ihrer Ladeangebote entfernt. Hier will das Unternehmen ME Energy eine Alternative zu bisherigen Ladelösungen anbieten.

Mit „Charging Note“ können E-Autos innerhalb von 10 Minuten geladen werden und dann eine Strecke von bis zu 200 km absolvieren. Der Clou daran ist, dass ihre Ladelösung komplett ohne Stromnetzzugang auskommt.

Wie das geht? Indem ME Energy eine patentierte neue Technologie auf den Markt bringt, die den Strom vor Ort und innerhalb der Ladestation erzeugt. Der Strom wird aus CO2-neutralen flüssigen erneuerbaren Energiespeichern gewonnen. So wird regenerativ erzeugter Bio-Kraftstoff, wie Methanol, über einen Generator in elektrische Energie umgewandelt.

Ihre Ladelösung anbieten wollen sie in erster Linie Geschäftskunden, wie Supermärkte, Firmen mit Fuhrpark oder Taxiunternehmen. Doch die dezentrale Lösung kann noch mehr als kundenfreundliches Laden. Mit den Schnellladepunkten können Lastspitzen im Netz überbrückt werden.

Prosumer-Lösungen vernetzen erneuerbare Energieanlagen miteinander

Während die konventionelle Energieversorgung über große zentral gesteuerte Kraftwerke stattfindet, kommen bei der Energiewende viele kleine erneuerbare Energieanlagen zum Einsatz. Das ist zum Beispiel der kleine Windanlagen-Kraftwerkspark auf dem Feld, die Biogas-Anlage oder die PV-Anlage auf dem Dach. Die Energiewende ist demnach dezentral.

Genauso vielfältig und über das Land verteilt, wie die erneuerbaren Energien-Anlagen, gibt es unterschiedliche Betreiber der Anlagen. Wurden die konventionellen, auf fossilen Energieträgern beruhenden Anlagen von Energieversorgern gemanagt, sind es heute teils Privatpersonen, teils Gewerbetreibende, Unternehmen, Energiegenossenschaften, Stadtwerke und Energieversorger.

Von Prosumern ist dann die Rede, wenn Energieerzeugung und Energieverbrauch in einem Akteur aufeinandertreffen, d.h. beispielsweise der Gewerbetreibende, Eigenheimbesitzer oder das produzierende Unternehmen mit der eigenen PV-Anlage auf dem Dach Strom produziert und selbst verbraucht.

Für all diese Prosumer braucht es neue Prosumer-Lösungen, die helfen den Strom optimal zu nutzen. Entweder für den Eigengebrauch beispielsweise für die Wall-Box, Wärmepumpe, Energiespeicher oder durch Weiterleitung ins Netz oder sogar direkt an andere Verbraucher. Hierfür hat Kiwigrid eine Lösung entwickelt. Wir stellen sie vor.

#5 Kiwigrid GmbH – Prosumer-Komplett Lösung für einen wachsenden erneuerbaren Energiemarkt

Als Software- und IoT-Unternehmen hat es sich Kiwigrid zur Aufgabe gemacht, alle Akteure der dezentralen Energiewelt zu vernetzen und die dringend nachgefragte Sektorkopplung auf den Weg zu bringen. Um mit Einsatz von digitalen Technologien, wie zum Beispiel der IoT-Technologie (Internet der Dinge) eine neue Art der Energieerzeugung, -verteilung und -versorgung zu ermöglichen.

„The Independent Home“ ist ihre „White-Label-Lösung“, die sie Unternehmen, wie der Thüga, bereitstellen. Diese können ihren Kunden wiederum neuartige Services für eine nachhaltige Energieversorgung in gewohnter Optik und Design des Energieanbieters anbieten. So können sie über die Lösung beispielsweise Solaranlagen und Energiespeicher optimal aufeinander einstellen oder eine Wall-Box anschließen.

Ebenso kann eine Stromflatrate dazu gebucht werden, um Energieengpässe auszugleichen und die Stromflüsse der Energiekunden zu optimieren. Die Einsatzbereiche ihrer Lösungen sind nicht nur auf einzelne Stromhaushalte beschränkt, sondern gehen darüber hinaus.

Resümee

Die Technologie und die Lösungen für eine nachhaltig grüne Energieversorgung sind vorhanden. Nur sind es längst nicht mehr allein die Biogas-, Windkraft- oder Photovoltaik-Anlagen, die uns einen nachhaltigen Weg in eine saubere Energiezukunft ermöglichen. Vielmehr ist es das komplexe Zusammenspiel unterschiedlicher grüner Lösungsansätze und Technologien.

Eure Lösungen für eine grüne nachhaltige Energieversorgung sind gefragt …

Welche weiteren grünen Lösungen und Lösungsanbieter kennt ihr, die einen Beitrag zu Klimaschutz, Nachhaltigkeit und Dekarbonisierung leisten und mit denen wir unsere Wirtschaft ergrünen lassen können?

Schreibt uns hier in der Kommentarfunktion oder über unsere Sozialen Medien. Wir stellen eure Tipps in weiteren Leitartikeln passend zu unseren Themen auf Technewable vor und promoten sie über weitere Portale und Netzwerke.   


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Dr. Katja Reisswig

Publizistin, Bloggerin und freie Redakteurin – spezialisiert auf Themen rund um die grüne Wirtschaft mit Fokus auf grüne Lösungen, Unternehmen, Startups, Investments und Events.

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