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Altöle in nutzbare, vermarktungsfähige Kraftstoffe verwandeln

Altöle richtig entsorgt, schützt Umwelt und Wasservorkommen vor verheerenden Folgen!

Wasser ist das Lebenselixier auf Erden. Doch bereits ein Liter Altöl reicht laut BMU aus, um eine Million Liter Trinkwasser unbrauchbar zu machen. Altöle, in der Natur entsorgt, richten somit verheerende Umweltschäden an. Doch das ist nicht der einzige Grund, warum Altöle nicht in die Umwelt gehören und es in Deutschland deshalb strenge gesetzliche Regelungen – wie die Altölverordnung vom 1. Mai 2002 – gibt, die eine nicht fachgerechte Entsorgung von Altöl unter Strafe stellen.

Altöle gelten hierzulande als Sonderabfall. Es sind verbrauchte Öle, deren Schmiereigenschaften stark nachgelassen haben. Sie bestehen jedoch ganz oder teilweise aus Mineralöl, synthetischem oder biogenem Öl und sind damit wertvolle Rohstoffe. Durch spezielle Raffinerieverfahren können Altöle wiederaufbereitet und bestehenden Stoffkreisläufen zur erneuten Nutzung zugeführt werden. So lässt sich durch das Raffinieren von Altöl wieder hochwertiges Basisöl gewinnen, welches der Grundstoff für bspw. Motoröl ist. Durch die Verwendung von Altöl als Sekundärrohstoff kann also nicht nur gefährlicher Abfall sinnvoll genutzt, sondern sogar der Bedarf an Rohöl reduziert werden.

Dezentrale klimaneutrale Aufbereitung von Mineralölabfällen

Doch wird bisher nur ein Bruchteil des weltweit jährlich anfallenden Altöls von etwa 25 Millionen Tonnen aufbereitet und wiederverwendet. Dem entgegen zu wirken, hat sich die BIOFABRIK Technologies GmbH aus Dresden mit ihrer WASTX Oil-Technologie zur Aufgabe gemacht. BIOFABRIK hat eine in einem Standardcontainer untergebrachte dezentrale Anlage serienreif entwickelt, die in einem innovativen Prozess Altöle zu Kraftstoffen aufbereitet.

„In jedem Liter Altöl, verschmutzten Diesel oder Heizöl stecken mehr als 90 Prozent wiederverwertbarer Kraftstoff“, so Oliver Riedel, CEO der BIOFABRIK.

Die WASTX Oil-Technologie erweitert Standardverfahren der Schwerölindustrie durch ein spezielles Energieeintragssystem im Hauptreaktor, welches den Rohstoff innerhalb weniger Millisekunden erhitzt. Diese schnelle und trotzdem  schonende Verfahrensweise trennt wirksam die Störstoffe ab und überführt die Ölfraktion  effizient in die Gasphase.

Anschließend wird die Gasphase in einem Spezialrektifikationverfahren in vordefinierte und kontrollierte Fraktionen von Schwer- bis Leichtsiedern getrennt. So entstehen verschiedene Destillatqualitäten. Motortaugliche Kraftstoffe werden ausgeschleust. Unsaubere Fraktionen wiederholen den Prozess bis auch sie vollständig in nutzbare und Abfallbestandteile aufgetrennt sind. Innerhalb weniger  Minuten reinigt die Anlage so verschmutzte Kraftstoffe automatisch auf, raffiniert diese und wandelt sie im Ergebnis in nutzbaren Kraftstoff um. Damit werden Altöle wieder in ihr Ursprungsprodukt zurückgewandelt. Aus einem Abfallprodukt entsteht ein nutzbarer Wertstoff. Mithilfe dieses Verfahrens lässt sich aus einem Liter Altöl rund 0,9 Liter Kraftstoff gewinnen. Eine Anlageneinheit der WASTX OIl kann bis zu 2.000 Liter Altöl am Tag aufbereiten – Oil Waste to Energy.

Mit dem Partnermodell der BIOFABRIK steigern Entsorger ihre Wertschöpfung

Über ein Partnermodell von BIOFABRIK und mithilfe der WASTX Oil-Technologie können Entsorger, Sammelstellen oder Kommunen aus dem bisher beinahe wertlosen Abfallprodukt Altöl ein  vermarktungsfähiges Produkt gewinnen. Sie betreiben eine individuell dimensionierte WASTX Oil-Anlage, mit der sie die bei ihnen gesammelten Altöle in nutzbaren Kraftstoff umwandeln.

Der Clou daran ist, t der gewonnene Kraftstoff ist klimaneutral. Denn durch die Finanzierung von Aufforstungsprojekten sorgt BIOFABRIK weltweit dafür, die Emission der im Altöl gebundenen und im Aufbereitungsprozess wieder freiwerdenden klimaschädlichem Treibhausgase zu neutralisieren. So wird sichergestellt, dass jeder Liter Recycling-Kraftstoff aus den WASTX Oil-Anlagen von BIOFABRIK CO2-neutral ist.  Kunden erhalten auf Wunsch entsprechende CO2-Zertifikate. WASTX Oil ist damit die erste dezentrale und energieautarke Kompaktraffinerie für ölhaltige Abfälle.

WASTX OIl Anlagen laufen vollautomatisch und optional energieautark im 24/7-Modus und produzieren pro Einheit bis zu 14.000 Liter Kraftstoff aus Altölen pro Woche. Für die Umwandlung des Altöls in Kraftstoff benötigt eine WASTX Oil einen Anteil von etwa 20 Prozent des entstehenden Kraftstoffs selbst.

Die im Reinigungsprozess abgetrennten Reststoffe (ca. 10%) können herkömmlich entsorgt werden. Je nach Menge des angelieferten Altöls kann die Zahl der Anlageneinheiten entsprechend skaliert werden. Statt mit Sonderabfall handelt der Partner nun mit einem marktfähigen Produkt, das um ein Vielfaches wertvoller ist.

Weltweiter Roll-out der dezentralen Altöl Aufbereitungslösung

Zwölf Monate dauerte die Entwicklungsphase für die WASTX-Oil Anlage. Seit Herbst dieses Jahres ist sie als umfassendes System serienreif. Trotz ihrer kompakten Bauweise – eine WASTX Oil-Anlage hat eine Grundfläche von etwa zwei Europaletten – erfüllt sie alle in Deutschland geltenden Sicherheitsstandards und Umweltauflagen. Sie kann innerhalb kürzester Zeit in Betrieb genommen werden und lässt sich intuitiv per Touchpanel bedienen. Auf Wunsch arbeitet WASTX Oil dank integrierter Stromversorgung vollkommen energieautark, d.h. unabhängig von einer Vor-Ort-Stromversorgung. Dadurch kann die Anlage an jedem Ort der Welt genutzt werden.

Altöle zu Kraftstoffen wandeln mit der WASTX-Oil-Anlage der Biofabrik Bild: BIOFABRIK (c)

Alle Prozesse der WASTX Oil laufen vollautomatisiert. Anlagenbetreiber können ihre Funktion in Echtzeit überwachen und per App aus der Ferne steuern. Ein GSM-Modul erlaubt Onlinezugriff und Fernwartung. Zudem steht ein weltweiter Support bereit. Denn die Anlage ist insbesondere für Länder konzipiert, in denen eine funktionierende flächendeckende Wiederaufbereitungsinfrastruktur für Altöl fehlt und in denen es bisher keine Sammel-, Aufbewahrungs- und Recyclingstellen für Altöle gibt.

Das ist vor allem in Schwellen- und Entwicklungsländern der Fall. Hinzu kommt, dass es hier oft nur eine rudimentäre und unsichere Energieversorgung gibt, was ebenfalls oft der fehlenden Infrastruktur geschuldet ist. Mit dem gewonnenen Kraftstoff aus Altöl können bis zu 2.000 Haushalte rund um die Uhr mit Energie versorgt werden, beispielsweise in Verbindung mit einem Generator zur Stromerzeugung. Zudem erlaubt die Anlage unterschiedliche Einsatzmöglichkeiten, beispielsweise in Verbindung mit Tankstationen, Generatoren oder auch Abrechnungssystemen für die Belieferung der Anlagen mit Altöl.

Die BIOFABRIK stellt somit eine dezentrale Entsorgungs-Infrastruktur für Öl-Abfall bereit, welche fossile Ressourcen spart und eine dezentrale Energieversorgung ermöglicht. Die Technik schafft so Mehrwert für Menschen, dient der lokalen Wertschöpfung sowie dem Schutz von Umwelt und Ressourcen. Die WASTX Oil-Technologie bietet eine umweltfreundliche und wirtschaftliche Lösung für ein bislang vollkommen unzureichend betrachtetes Umweltproblem.

Für ihren Roll-out sucht die BIOFABRIK aktiv nach weiteren Kooperationspartnern für den Betrieb von WASTX Oil-Anlagen, beispielsweise Entsorger, Kommunen, NGOs, Fluggesellschaften oder Häfen.


Der Beitrag ist mit Unterstützung durch die BIOFABRIK entstanden. Er basiert auf dem am 4. April 2018 erschienen Blog-Beitrag von Oliver Riedel, CEO der BIOFABRIK:

Die WASTX Oil – warum Altöl eines der größten Umweltprobleme der Welt darstellt“

Mehr Infos zur WASTX Oil Technologie der BIOFABRIK


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Dr. Katja Reisswig

Dr. Katja Reisswig ist freie Redakteurin mit Schwerpunkt Digitale Kommunikation. Als promovierte Sozial- und Wirtschaftswissenschaftlerin hat sie das branchenübergreifende B2B-Portals technewable.com für die grüne Wirtschaft ins Leben gerufen. Mit ihm adressiert sie grüne Innovationen, Technologien und Anwendungen. Sie stellt grünen Akteuren – Unternehmen, Start-ups, Forschungseinrichtungen und anderen Organisationen – eine Kommunikationsplattform bereit. Ihre Mission ist den Transfer hin zu einer grünen Wirtschaft zu beschleunigen, den Austausch untereinander zu befördern sowie aktuelle Entwicklungen kommunikativ zu begleiten.

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