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#dEDL: Energiedaten sind Tacho für digitale Energiedienstleistungen und Energiewende 2.0

Kann Energiewende 2.0 ohne Echtzeitinformationen zum Energieverbrauch gelingen?

Für eine Energiewende 2.0 braucht es die Energieeffizienz. Nicht nur um Energieverbräuche insgesamt zu verringern und Energie aus erneuerbaren Energiequellen effizienter zu nutzen. Energieeffizienz in der Praxis angewandt bedeutet vielmehr sich mit Energieverbräuchen auseinanderzusetzen und das nicht nur im Stromsektor, sondern ebenso im Wärme-, Gebäude-, Industrie- und Verkehrssektor. Denn den Grundstein für Energieeffizienz bildet und mit ihr einher geht die Analyse, wie viel Energie wo, wann und wofür benötigt wird.

Unsere Verbrauchsdaten geben Auskunft darüber. Nur wer diese kennt und weiß, wie es um seinen Energiekonsum steht, kann zum einen sein individuelles Verhalten danach ausrichten. Zum anderen ermöglicht es Unternehmen gezielt darauf Einfluss zu nehmen. Sie können mittels Effizienz-Maßnahmen ihren Energieverbrauch allgemein und einzelne Prozesse, beispielweise bei der Fertigung, im Besonderen optimieren. Energiemanagementsysteme nach der erstmals in 2011 veröffentlichten DIN EN ISO 50001 und der erst kürzlich Ende August 2018 überarbeiteten aktualisierten Neufassung der ISO 50001 unterstützen Unternehmen dabei, langfristige Einsparungen zu erzielen, mit denen Energieverbräuche vermindert und Kosten reduziert werden können.

Ein Tacho für Energieverbräuche

Energiemanagementsysteme sind das Eine. Aussagekräftige Energieverbrauchsdaten für Effizienz-Maßnahmen und Energiedienstleistungen das Andere. Je mehr und je präzisere Daten vorliegen, umso besser können mit ihrer Hilfe geeignete Effizienz-Maßnahmen identifiziert und umgesetzt werden. Hier reichen jedoch Energiedaten, die einmal im Jahr erhoben werden, bei weitem nicht aus. Benötigt werden vielmehr Echtzeitinformationen, die in Minutentakt oder auf Sekundenebene generiert werden. Sie zeigen, wie es um den aktuellen Energieverbrauch steht und sind quasi wie ein Tacho im Auto, mit dem wir wissen, wie schnell wir fahren. Sie sind somit eine Voraussetzung sowohl für den Einsatz von Energiemanagementsystemen wie auch für die Erbringung digitaler Energiedienstleistungen (dEDL).

Zwar können auch mithilfe von punktuellen Einzelinvestitionen, beispielsweise in eine neue Beleuchtungsanlage oder dem Austausch älterer Geräte und Maschinen Energieeinsparungen erzielt werden. Doch sind die erzielbaren Effekte deutlich größer, wenn sie ganzheitlich angelegt sind. Denn mit jeder Investition stellt sich zugleich die Frage nach der Höhe der erzielbaren Einsparung und der Amortisationsdauer der Investition. Demzufolge wirken auf Dauer angelegte Anpassungen von Herstellungsprozessen und Lastprofilen nachhaltiger. Sie sorgen für eine kontinuierliche Optimierung der Prozesse durch ganzheitliche Energiemanagementsysteme, in die fortwährend Energiedaten eingespeist werden.

Hard-, Software und Data-Services ermöglichen vollständiges Bild der Energieeffizienz

Mit der Installation von beispielsweise Mess-, Zähler- und Sensor-Technologie in Kombination mit Software zur Verbrauchsmessung, -steuerung und -optimierung gepaart mit Expertise zur Planung und Umsetzung von Maßnahmen entsteht ein vollständiges Bild der Energieeffizienz. Erst durch dieses können Effizienz-Maßnahmen greifen, die für die Energiewende 2.0 bedeutsam sind, beispielsweise durch das Vermeiden von Lastspitzen, das Ermitteln von Wirkungsgraden bei Geräten und Maschinen oder aufgrund von Prognose-Tools, mit denen sich die Amortisationszeit von Maschinen präzise ermitteln lässt.

Bei all dem sind digitale Daten die Grundlage. Sie stellen Energieerzeugung und -verbrauch auf eine Ebene und ermöglichen im Zuge der Digitalisierung des Energiesystems Prozesse intelligent und automatisiert zu steuern. Echtzeitinformationen fließen in digitale Energiedienstleistungen ein. Über Hard-, Software und Data-Services kommen unterschiedliche Konzepte zur Erfassung, Übermittlung und Visualisierung von Verbrauchsdaten zum Tragen, aus denen Mehrwert generiert sowie datengetriebene Kundenbedürfnisse adressiert werden.

Konferenz beleuchtet Markt für digitale Energiedienstleistungen

Mit einigen Pilotprogrammen seitens des Bundeswirtschaftsministeriums wurden in den vergangenen Jahren Förderinstrumente, wie beispielsweise der Einsparzähler, Wärmenetze 4.0 und STEPup auf den Weg gebracht. Sie sollen die Entwicklung von innovativen Produkten und Services anspornen. Welche technischen Lösungen aus diesen Programmen bereits hervorgegangen sind, welche digitalen Geschäftsmodelle sich mit ihnen abbilden lassen und wo der Markt derzeit steht, beleuchtet die Konferenz „Wer mitmacht zählt!“. Sie findet am 10. Oktober 2018 auf dem EUREF Campus in Berlin statt und wird vom Netzwerk Smartnet Energy organisiert.

Eckdaten zur Konferenz “Wer mitmacht zählt!”

Am Vormittag steht das Thema Open Source – Open Data auf der Agenda. Hier wird sich in einem Workshop ausführlich mit Fragen zu Verbrauchsdaten aus dem Einsparzähler und Guidelines für Open Data Formate beschäftigt. Am Nachmittag erhalten Unternehmen und Start-ups die Gelegenheit ihre Lösungen und Services für digitale Energiedienstleistungen zu spezifischen Themen entlang der vertikalen Wertschöpfungskette zu präsentieren – angefangen von der Messtechnik, Datensammlung und dem Messstellenbetrieb über Simulation, Backend, Benchmarking und Predictive Maintainance bis hin zu Gateways, Monitoring, Reporting, Steuerung und Lastmanagement reichen die Themen.

 

Wie lassen sich Kernelemente eines Einsparzählers für digitale Energiedienstleistungen nutzen?

Abb.: Kernelemente eines Einsparzählers / (c) Smartnet Energy

 

Adressatenkreis:

Das Event folgt der Road-Map von der Innovation in den Markt und ist an Start-ups, Versorger, Projektierer, Ingenieurbüros, Inkubatoren/Acceleratoren sowie Investoren adressiert. Neben Entscheidern aus der Energiewirtschaft, Gewerbe, Industrie und öffentlicher Verwaltung nehmen Multiplikatoren teil.

Die Veranstaltung bietet Raum für Networking, Anbahnung von Kooperationen und strategischen Partnerschaften, wie auch Kontakten und Gesprächen mit Kunden. Sie ist darüber hinaus für Zuwendungsempfänger des Einsparzählers gedacht. Ihnen ermöglicht das Event die Erfüllung der Open Source Komponente.

An der Konferenz teilnehmen werden u.a.:

deZem GmbH, Discovergy GmbH, EWUS GmbH, Fresh Energy GmbH, Homepulse (FR), GreenPocket GmbH, IngSoft GmbH, Magis Consult GmbH, ÖKOTEC GmbH, RED KILOWATT GmbH weitere angefragt…

Weitere Infos, Anmeldung und Programm:  Hier

Ansprechpartner:

Unternehmen, die sich mit ihren digitalen Energiedienstleistungen im Rahmen der Konferenz präsentieren möchten, nehmen bitte Kontakt zu Filip Milojkovic, Organisator der Konferenz unter dem Stichwort #dEDL – wer mitmacht zählt! auf: Email an  f.milojkovic@smartnetenergy.de / Mobil  +49 179 77 95 822

 

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Dr. Katja Reisswig

Dr. Katja Reisswig ist freie Redakteurin mit Schwerpunkt Digitale Kommunikation. Als promovierte Sozial- und Wirtschaftswissenschaftlerin hat sie das branchenübergreifende B2B-Portals technewable.com für die grüne Wirtschaft ins Leben gerufen. Mit ihm adressiert sie grüne Innovationen, Technologien und Anwendungen. Sie stellt grünen Akteuren – Unternehmen, Start-ups, Forschungseinrichtungen und anderen Organisationen – eine Kommunikationsplattform bereit. Ihre Mission ist den Transfer hin zu einer grünen Wirtschaft zu beschleunigen, den Austausch untereinander zu befördern sowie aktuelle Entwicklungen kommunikativ zu begleiten.

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