TAGS:

Top 7 der besten Länder für die Gründung eines Green Tech Startups

Ein Gastbeitrag von Anastasia Stefanuk / Mobilunity

Welche Standorte eignen sich am besten für die Gründung eines Green Tech Startups?

Bei der Gründung von Green Technology Startups sind nicht nur Idee, Konzept, Team und Finanzierung erfolgsentscheidend. Ebenso hängt viel von der Wahl des passenden Standorts bei der Gründung eines Green Tech Startups ab. Dabei geht es insbesondere darum, ob sich die Idee vor Ort verwirklichen lässt. Eine Auswahl für die besten Orte für die Gründung eines Green Tech Startup möchte ich in dem Beitrag zeigen.

Deutschland hat hinsichtlich Clean Technologies und Nachhaltigkeit einiges zu bieten. Umweltfreundliche Bio- und Fair-Trade Produkte haben Konjunktur. Die Nachfrage wächst. Der Anteil erneuerbarer Energien am Energiemix ist vergleichsweise hoch. Auf Energieeffizienz, Energiesparendes Verhalten und Ressourcenmanagement wird viel Wert gelegt. Neue Unternehmen sprießen aus dem Boden, die mittels innovativer grüner Technologien neue Geschäftsmodelle entwickeln. Sie bilden den Ausgangspunkt für die Vermarktung grüner Produkte und Services. Über Online- und Offline-Marktplätze werden diese vertrieben.

Nehmen wir das Unternehmen Heldenmarkt als Beispiel. Das Unternehmen hat sich darauf spezialisiert regelmäßig einen Anlaufpunkt für ausschließlich nachhaltige Produkte und grüne Unternehmen zu schaffen. Als Plattform können grüne Startups den Heldenmarkt nutzen, um mit Besuchern in Kontakt zu kommen und ihre Produkte an die Zielgruppe zu bringen. Der Markt adressiert insbesondere biologische Lebensmittel oder handgemachte Produkte. Das verbessert die Kommunikation und die jungen Unternehmen finden heraus, was ihre Kunden in Bezug auf nachhaltige Produkte erwarten. Ein anderes Unternehmen ist für alle Kaffeegenießer interessant. Kaffeeform produziert die wohl nachhaltigsten Kaffeetassen der Welt. Der Rohstoff zur Herstellung wird nämlich aus altem Kaffeesatz gewonnen. Damit wird die Umweltbelastung durch Müll reduziert und es entstehen klimaneutrale Produkte direkt in Deutschland.

Doch wie schneidet Deutschland bei der Standortwahl für umweltfreundliche Startups im Vergleich mit anderen Ländern ab? Wir stellen verschiedene Länder gegenüber.

Ländervergleich: Welches Land für die Gründung eines Green Tech Startups wählen?

Ländervergleich: Welches Land für die Gründung eines Green Tech Startups wählen?

Kriterien für den Ländervergleich

Um unterschiedliche Länder für die Wahl des passenden Standorts für die Gründung eines Green Tech Startups zu vergleichen, haben wir verschiedene Kriterien ausgewählt. Dazu gehören natürlich das die Bedingungen zu denen ein Unternehmen gegründet werden kann, was die Regierung tut, um nachhaltige Unternehmen zu unterstützen und ob es noch weitere Startups in diesem Land gibt, die ebenfalls umweltfreundlich agieren. Finanzielle Zuschüsse vom Staat, wenn bestimmte Kriterien zur Nachhaltigkeit eingehalten werden, die Gründungskosten, aber auch das Gehaltsniveau spielen gerade für junge Firmen eine wichtige Rolle. Deshalb sind auch diese Merkmale in unseren Vergleich mit eingeflossen.

Dänemark

Dänemark ist nicht nur für Hot-Dogs oder Fahrräder bekannt. Auch Hygge ist für die Dänische Bevölkerung selbstverständlich. Es steht für eine Lebenseinstellung und bedeutet so etwas wie Wohlbefinden, Gemütlichkeit, Heimeligkeit als Lebensprinzip. Diese Einstellung spiegelt sich auch im Arbeitsalltag wieder. Dazu gehört auch der nachhaltige Umgang mit der Umwelt. Deshalb offeriert das Königreich Dänemark finanzielle Unterstützung für erneuerbare Energien.

Der Anteil an der gesamten Stromerzeugung ist mit 54% schon recht hoch, soll aber weiterhin steigen. Zudem ist in Dänemark ein Unternehmen ansässig, das grüne Startups mit Beratern und Investoren zusammenbringt. So wurde das Unternehmen Sprout gegründet, welches nachhaltige Stifte herstellt, die eine Samenkapsel enthalten. Wird der Stift in die Umwelt entsorgt, kann neues Leben beginnen, indem ein Baum gepflanzt wird. Ein andere Idee stammt vom Unternehmen ORBICON, welches eine elektrische Fähre etablieren möchte.

Leider sind die Gehälter für dänische Mitarbeiter sehr hoch, denn das durchschnittliche Einkommen liegt bei rund €52.000. Gepaart mit einer geringen Wochenarbeitszeit von nur 37 Stunden und einem Jahresurlaub von 25 Tagen kommen hier hohe Kosten auf Startups zu. Die Mietpreise in Kopenhagen liegen bei rund 10€ pro Tag und Person für ein kleines Büro.

Wenn also die Zufriedenheit der Mitarbeiter innerhalb des Unternehmens an erster Stelle steht, ist Dänemark eine gute Wahl für grüne Startups.

Israel

Israel – das Heilige Land. Damit das auch so bleibt sieht Israel Green Tech Startups als Innovationstreiber schlechthin. Die israelische Gesellschaft unterstützt umweltfreundlichen Vorhaben stark. Der Benchmark und Bericht Global Cleantech 100 listet jedes Jahr die Top 100 Unternehmen auf, die im Bereich grüne Umwelttechnologien tätig sind. Eine beachtliche Anzahl an Unternehmen stammt aus Israel. Dazu gehören unter anderem BreezoMeter, welches Analysen zur Luftqualität erstellt oder Kaiima, ein Unternehmen, dass eine Technologie mit dem Namen Clean Genome Multiplication nutzt, um die Produktion von Mais umweltfreundlich sicherzustellen.

Für Clean Tech Startups, die Menschen mit vielen Ideen und Visionen für eine bessere Welt suchen, ist Israel genau richtig. Das Gehaltsniveau liegt dabei in einem mittleren Feld und beträgt im Durchschnitt €32.000 im Jahr, aber in den größeren Metropolen sind die Preise für Büroräume und Ladenflächen recht hoch. So können in Tel Aviv Mietpreise von bis zu 15€ pro Tag aufgerufen werden.

USA

Die USA gilt immer noch als Vorreiter, was die Anzahl an Startups angeht. Gerade große Technologieunternehmen, wie Facebook oder Uber stammen aus den USA. Die Gründe dafür sind vielfältig. Doch sie gelten ebenso für Green Tech Startups, denn die USA locken mit wenigen Regulierungen. Ideen lassen sich also recht einfach und ohne großartige Beschränkungen seitens des Staates umsetzen. Außerdem sind die Finanzierungsmöglichkeiten sehr viel größer als anderswo. So erreichte das Unternehmen Nanosolar eine Finanzierungssumme von 500 Million Dollar und möchte damit neuartige Solarpanels entwickeln.

Leider ist das Umweltbewusstsein der amerikanischen Gesellschaft und Regierung nicht so ausgeprägt, wie in anderen Ländern. Es gibt zwar umweltrelevante Ziele, doch diese sind nicht sonderlich ambitioniert und werden jetzt durch die neue Regierung teilweise wieder zurückgefahren.

Trotzdem eignet sich die USA für Gründer, die den engen Kontakt zu anderen Technologieunternehmen schätzen und risikofreudige Investoren brauchen.

Deutschland

Wie oben bereits beschrieben ist auch in Deutschland Umweltfreundlichkeit, Nachhaltigkeit und der bewusste Umgang mit endlichen Ressourcen stark im Trend. Dies zeigt sich auch bei den vielen Green Tech Startups, die vor allem in den Großstädten entstehen. Als Hochtechnologieland und mit guten Universitäten weist Deutschland eine hohe Anzahl an gefragten Spezialisten auf.

Mehr als 1,5 Millionen Menschen sind im Bereich der Umwelttechnologie beschäftigt. Firmen der Umwelttechnologie erwirtschaften 15% des Bruttoinlandsprodukts, weshalb die deutsche Regierung diese Branche durch staatliche Förderungen unterstützt, was die hohen Personalkosten teilweise kompensieren kann.

Insgesamt ist Deutschland also ein hervorragender Standort für die Gründung von Green Tech Startups, die schon eine hohe Finanzierung aufweisen und spezialisierte Fachkräfte benötigen.

Südkorea

Südkorea ist als Standort für die Gründung von Green Tech Startups in unseren Breitengraden eher unbekannt. Doch auch Startups in dem Bereich gibt es dort einige. So unterstützt das Unternehmen Market Kurly den biologischen Anbau von Lebensmitteln und bietet diese auf der eigenen Plattform, die Lieferung von Produkten für den nächsten Tag, an.

Die jungen und motivierten Mitarbeiter lassen sich ihre Expertenkenntnisse gut bezahlen. Laut PayScale beträgt das Durchschnittsgehalt eines Entwicklers in Südkorea ungefähr $65.000 im Jahr.

Irland

Irland ist Vorreiter in Sachen erneuerbare Energien durch Wind-, Sonnen- und sogar Wellenkraft. 21,8 Mrd. Euro sollen in den Sektor der Umwelttechnologien bis zum Jahr 2027 investiert werden. Doch es könnten noch mehr werden, denn immer mehr Startups werden in Irland aktiv. Dazu gehört zum Beispiel auch AmbiSense. Das junge Unternehmen sammelt Umweltdaten per Smart-Devices und wertet diese aus. Damit sollen komplexe Umweltprobleme erkannt und für diese Lösungen entwickelt werden.

Insgesamt ist Irland eine gute Wahl für grüne Startups, denn durch die schöne Natur setzen sich auch die Menschen vor Ort für eine gute Umweltpolitik ein.

Ukraine

Die Ukraine als Land für grüne Startups? Das Land bietet viel Potenzial, um ein Vorreiter im Bereich der Umwelttechnologien zu werden. Noch ist die Anzahl der Green Tech Unternehmen gering. Bis 2018 sind mehr als 1.500 neue Unternehmen entstanden. Das liegt unter anderem daran, dass jedes Jahr mehr als 40.000 Absolventen die Universitäten mit einem technischen Abschluss verlassen.

Firmen können also sehr leicht gut ausgebildete Ingenieure, Programmierer und IoT-Entwickler finden und einstellen. Für international agierende Unternehmen ist auch das niedrige Gehaltsniveau ein ausschlaggebender Punkt, um eine Geschäftsstelle in der Ukraine zu errichten. Denn das Durchschnittsgehalt der Software Entwickler in der Ukraine liegt bei rund €20.000 im Jahr.

Es gibt weiterhin mehr als 100 Forschungs- und Entwicklungszentren sowie viele Outsourcing-Anbieter, die bei der Personalsuche unterstützen. Damit lässt sich ein Nearshore-Team aufbauen, dass gute Arbeitsergebnisse bringt zu vergleichsweise günstigen Preisen. Die Kombination aus gut ausgebildeten Fachkräften, niedrigen Gehältern und umfangreicher Unterstützung durch die ukrainische Regierung schafft eine gute Grundlage zur Gründung eines neues Green Tech Unternehmens.

Fazit

Insgesamt ist es schwierig, den perfekten Ort für die Gründung eines Green Tech Startups zu finden. Sollte die Produktqualität hervorragend sein, ist Deutschland die beste Wahl. Wenn es um soziale Aspekte geht, bietet sich Dänemark als Gründungsland an. Falls die gesetzlichen Bestimmungen eher hinderlich sind, sollte über die Gründung in den USA nachgedacht werden. Eine gute Kombination aus hoher Qualität und niedrigen Preisen bieten die Ukraine und Israel. Letzteres bietet sich vor allem dann an, wenn die Gründer gern eine neue Welt kennenlernen möchten und eine großartige Reise mit der Arbeit verbinden wollen.

 

Autorin:

Anatasia Stefanuk arbeitet bei Mobilunity, Anbieter für Nearshore Teams, und ist leidenschaftliche Autorin für alle technischen Themen. Durch das große Interesse an Softwareentwicklung, IoT und innovativen Geschäftsmodellen ist sie immer auf der Suche nach Neuigkeiten und Ideen dazu. Ihr Ziel ist es, dass moderne Technologien Einzug in das Leben erhalten und damit die Lebensqualität der Menschen verbessert.

 

Titelbild-Nachweis: rawpixel / 123RF Standard-Bild

Bildnachweis Globus mit Flaggen: almoond / 123RF Standard-Bild

Artikelbewertung: 
[Gesamtbewertungen: 2 - Durchschnitt: 5]
Gastbeitrag

Gastbeitrag

Gastbeitrag

Einen Kommentar posten

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind mit einem * markiert.