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Digitale Heizung – Lohnt sich die Heizungs-Steuerung per App?

Mit Ausnahme der jährlichen Wartung verrichten viele Heizungsanlagen ihre Arbeit ein Leben lang ohne große Beachtung. Während sich dabei kaum ein Hausbesitzer Gedanken über effizientere Einstellungen macht, gehen deutschlandweit große Einsparpotenziale verloren. Die digitale Heizung könnte das in Zukunft ändern. In den folgenden Abschnitten erklären wir, was eine digitale Heizung ist, wie sie dabei hilft Heizkosten zu sparen und ob aus jedem Kessel eine digitale Heizung werden kann.

Was heißt digitale Heizung?

Ein Heizkessel hat die Aufgabe immer ausreichend Wärme für Heizung und Warmwasser zu erzeugen. In herkömmlichen Anlagen funktioniert das in Abhängigkeit von Außentemperatur und einem einmal eingestellten Programm. Anpassungen an diesem sind eher selten, denn vor allem bei älteren Anlagen ist die Bedienung der Heizung nicht gerade selbsterklärend. Viele Heizungen verursachen dabei mehr Heizkosten, als sie eigentlich müssten.

Digitale Heizungen senden alle Informationen zum Betrieb über ein Kommunikationsmodul an Smartphones oder Tablets. Da angekommen bekommen Hausbesitzer zu jederzeit und von jedem Ort Zugriff auf den Kessel im eigenen Keller. Neben der Anzeige von Echtzeit-Informationen, wie Leistung oder Brennstoffverbrauch, können moderne Anlagen dabei sogar ferngesteuert werden.

Hilft eine digitale Heizung dabei Heizkosten zu sparen?

Kurz gesagt: Ja! Denn schon in ihrer einfachsten Ausführung zeigen Apps die Verbrauchsdaten der digitalen Heizung in Echtzeit auf Smartphones oder Tablets. Im Gegensatz zur jährlichen Abrechnung des Energieversorgers, werden kleinste Einsparungen, wie etwa das herunterstellen der Temperatur, dabei sofort sichtbar. Darüber hinaus machen spielerische Programme das eigene Heiz-Verhalten erfahrbar und liefern so die nötige Motivation zum Energiesparen.

Neben der bloßen Anzeige von Informationen zum Verbrauch stellen sich einige digitale Heizsysteme sogar auf das Verhalten von Gebäuden und Nutzern ein. Nachdem sie gelernt haben, wie sich das Haus zum Beispiel an einem sonnigen Wintertag verhält und zu welchen Zeiten am meisten Wasser oder Wärme benötigt wird, fließen diese Informationen direkt in die Regelung der Kessel ein. Da auf diese Weise nie mehr Wärme als nötig erzeugt wird, sinken auch die Heizkosten. Optimiert werden kann der Einspar-Effekt dabei übrigens, in dem auch die Daten aus aktuellen Wettervorhersagen berücksichtigt werden.

Was leistet eine digitale Heizung?

Digitale Heizungen sind das Schlüsselloch zur eigenen Anlage. Denn sie liefern Echtzeit-Informationen zu Temperaturen, Einstellungen und Verbrauch. Oft ermöglichen sie dazu sogar die Fernsteuerung von verschiedensten Betriebsdaten oder Temperaturen. Und das unabhängig davon, wo sich die Hausbesitzer gerade befinden.

Ein Beispiel: Sind im Winter alle Bewohner eines Gebäudes verreist, muss die Heizung nicht voll durcharbeiten. Die Temperatur kann um einige Grad nach unten gestellt werden. Da sie in der Regel aber erst nach dem Eintreffen aus dem Urlaub wieder auf ein angenehmes Niveau gebracht werden kann, heißt das erst einmal frieren. Mit einer digitalen Heizung wird es möglich, die Temperatur schon zu Beginn der Heimreise anzupassen. Zurück im eigenen zu Hause ist es dann bereits mollig warm – und das ohne Energie zu verschwenden.

Neben Komfort und Effizienz, bieten digitale Heizungen aber auch mehr Sicherheit. Denn die kontinuierliche Überwachung der wichtigsten Betriebsdaten macht es möglich Fehler zu erkennen, bevor sie wirklich auftreten. Sollte es dennoch einmal zu einer Störung kommen, weiß der Heizungs-Fachbetrieb durch eine Fern-Anbindung sofort, was zu tun ist und der Notfall-Einsatz kann schnell und effizient erfolgen.

Kann jede Heizung zu einer digitalen Heizung werden?

Während neue Heizungen oft schon mit den notwendigen Komponenten ausgeliefert werden, gibt es für viele Alte Nachrüst-Sets. Diese bestehen in der Regel aus einem Kommunikationsmodul, das die wichtigsten Informationen zum Betrieb ausliest und über Mobilfunk oder ein bestehendes Heimnetzwerk versendet. Über passende Apps können die Daten einfach über Smartphones oder Tablets ausgelesen oder verschiedene Einstellungen nachjustiert werden.

Die Installation der Nachrüst-Sets ist oft ohne langjährige technische Erfahrung machbar. Bei Unsicherheiten werden Hausbesitzer von vielen Heizungs-Fachbetrieben mit Rat und Tat unterstützt.

Was halten Hausbesitzer von der digitalen Heizung?

Während viele Hersteller das Thema zum neuen Trend erklären, sind Hausbesitzer noch zurückhaltend. So hat eine Umfrage unter 1.000 Kunden des Online-Dienstleisters Kesselheld.de ergeben, dass 52 % der Hausbesitzer keine digitale Heizung wünschen. Während sich 36 % der befragten Kunden unschlüssig sind, äußerten nur 12 % den Wunsch nach der modernen Technologie.

Ein Grund für das zurückhaltende Interesse könnte der Datenschutz sein. In der Regel sind Befürchtungen in diese Richtung aber unbegründet. Denn vor allem deutsche Anbieter sind per Gesetz zu höchsten Sicherheits-Maßnahmen verpflichtet. Hochwertige Komponenten und die Wahl von sicheren Passwörtern können den Schutz dabei weiter erhöhen.

Neben dem Datenschutz ist auch der geringe Bekanntheitsgrad digitaler Heiztechnologien ein Grund für die noch zurückhaltende Nachfrage. Während sich Hausbesitzer gern mit schönen Einrichtungsgegenständen beschäftigen, rückt die Heizung schnell in den Hintergrund. Das Problem: Sie ist technisch, kompliziert und einfach nicht sexy. Eine aktive und kompetente Beratung durch Hersteller und Heizungsbauer könnte das in Zukunft ändern. Bereits heute werben verschiedene Anbieter emotional und erfolgreich für digitale Heizungs-Lösungen.

Die digitale Heizung macht es möglich versteckte Einsparungen aus dem eigenen Kessel herauszuholen. Und das sogar ohne hohe Ausgaben. Neben der Heizkosten-Ersparnis, bieten digitale Anlagen aber auch mehr Komfort und Sicherheit. Denn genau so, wie die eigene Heizung von jedem Ort gewartet und gesteuert werden kann, können auch Handwerker bei Fehlern automatisch informiert werden und größere Störungen vermeiden.

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Redaktion Technewable