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Recap: Handelsblatt Jahrestagung Stadtwerke 2026

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Unter dem Motto "Entschlossen in die Zukunft - Wege für den Wandel der Stadtwerke"

Angesichts wachsender Herausforderungen wächst der Transformationsdruck auf Stadtwerke spürbar. Die Frage, wie Stadtwerke als aktive Gestalter die Energiewende voranbringen oder gemeinsam mit ihren Kommunen Klimaziele erreichen können, stellt sich nicht erst seit heute. Hinzu kommen zahlreiche weitere Herausforderungen wie neue Regularien, Cyberrisiken oder geopolitische Konflikte. Dies betrifft Stadtwerke als Organisationen grundsätzlich und fordert sie heraus, sich in einer digital vernetzten Welt neu aufzustellen, ihre Prozesse zu modernisieren, ihre Einnahmequellen zu verstetigen und sich durch den Aufbau neuer Geschäftsfelder, neue Einnahmeoptionen zu erschließen.

Stadtwerke sind für Kommunen, Städte und das Land wichtige wirtschaftliche Player. Denn sie stellen nicht nur zentrale Infrastruktur bereit. Sie sind lokal verankert und verfügen in der Regel über einen guten Draht zu den Menschen und Unternehmen vor Ort.

Um Antworten auf die vielen Anforderungen und Veränderungen zu finden, ist ein Austausch auf den verschiedensten Ebenen notwendig. Wie Stadtwerke diese Umbrüche meistern können, darüber diskutierten die Teilnehmenden der „Handelsblatt Jahrestagung Stadtwerke 2026“, die am 22. und 23. April 2026 im Hotel Steigenberger am Kanzleramt in Berlin stattfand. Die „Handelsblatt Jahrestagung Stadtwerke 2026“ zählt zu den wichtigsten Branchentreffen für die kommunale Energiewirtschaft.

Bildrechte: Handelsblatt Jahrestagung Stadtwerke 2026 / Dietmar Gust – Fotografie

Aktuelle Herausforderungen für Stadtwerke

Neue Gesetzespakete erzeugen Handlungsdruck für die kommunale Energiewirtschaft. Zugleich führen sie nicht immer zur gewünschten Stabilität, sondern können Unsicherheit erzeugen, insbesondere wenn es um mittel- und längerfristige Investitionsentscheidungen geht. Auch zeigt sich aktuell die politische Weltlage alles andere als rosig.

Gefühlt befinden wir uns in einem Dauerkrisenmodus. Steigende Energiepreise machen sich zudem besonders dort bemerkbar, wo es nach wie vor große Abhängigkeiten von Energieimporten gibt. Gleichzeitig wächst bei den Verbrauchern die Nachfrage nach Angeboten, die mehr Sicherheit und Unabhängigkeit bieten.

Hier haben kommunale Anbieter klare Vorteile, die bereits frühzeitig die Weichen gestellt haben. Andere sind nun in wirtschaftlich instabilen Zeiten gefordert, diesen Transformationsweg verstärkt zu gehen. Dabei zeigt sich eines deutlich: Veränderungen sind ein fester Bestandteil der Unternehmensstrategie.

Wie Stadtwerke all diese Anforderungen meistern können und welche Fragen eingehender besprochen werden müssen, war Thema der zahlreichen Impulse, Paneldiskussionen und Vorträge auf der zweitägigen „Handelsblatt Jahrestagung Stadtwerke 2026“.

Themen-Highlights des Events

Folgende Themen bzw. Fragen standen u.a. im Fokus der Tagung: 
 
Wärmewende: Wie geht es mit der Umsetzung der kommunalen Wärmeplanung weiter und wie wird sich das Inkrafttreten des Gebäudemodernisierungsnetzes auswirken? 
 
Transformation unter Druck: Wie können Stadtwerke trotz aktueller Herausforderungen wie steigenden Energiepreisen oder neuen Regulierungen der Bundesnetzagentur handlungsfähig bleiben?
 
Digitalisierung, Smart-Meter-Rollout und KI: Welche Lösungsansätze und Praxisbeispiele gibt es, um den Smart-Meter-Rollout in Deutschland zu beschleunigen und KI erfolgreich einzusetzen?
 
Infrastruktur und Finanzierung: Wie ist es um die Investitionssicherheit für den Umbau der Netze vor dem Hintergrund aktueller Neuregelungen bestellt ? 
 
Batteriespeicher: Wie können dezentrale Batteriespeicher dazu beitragen, das Stromnetz zu stabilisieren? 
 
Kooperationen: Wie können Kooperationen zum Erfolg von Stadtwerken beitragen?
 
Resilienz: Welche Aufgaben kommen auf Stadtwerke zu zum Schutz kritischer Infrastrukturen (KRITIS) vor Cyberangriffen?
 

Bildrechte: Handelsblatt Jahrestagung Stadtwerke 2026 / Dietmar Gust – Fotografie

Deep Dive Masterclasses

Die Teilnehmenden der Handelsblatt Stadtwerke-Tagung hatten zudem die Gelegenheit, sich in einer der fünf Masterclasses vertiefenden Input abzuholen.

Folgende Themen standen zur Wahl:
  • Masterclass I: „Prioritäten setzen im Transformationsstress: Wie Sie Ihr Projektportfolio trotz knapper Ressourcen strategisch steuern und wirksam umsetzen.“ – Hendrik Langer, Senior Management Consultant bei ENLITE
  • Masterclass II: „Wie Stadtwerke mit KI und Datentransparenz Engpässe sicher machen, Netzausbau beschleunigen und Investitionen zielgenau priorisieren“ – Thomas Koller, CEO & Founder, enersis suisse
  • Masterclass III: „Vom Prosumer zum Flexumer – Der Weg in die nächste Generation von Netzmanagement“ – Ben Gemsjäger, Deutschland-Leiter Siemens PTI Consulting
  • Masterclass IV: „Turbo für das Stadtwerke-Gremium: Wie sicheres und KI-gestütztes Gremienmanagement die Transformation beschleunigt.“ Mic Hirschrich und Ralf Libuda, Interim-Manager Stadtwerke, Apollo.ai 
  • Masterclass V: „Weltmarktführende KI trifft digitale Souveränität: Effizienter, günstiger und voll souverän arbeiten mit Workspace.“ Benjamin Fuchs, Senior Manager Workspace, Schwarz Digits Cloud GmbH & Co.KG  

Bildrechte: Handelsblatt Jahrestagung Stadtwerke 2026 / Dietmar Gust – Fotografie

Startups präsentieren innovative Lösungsansätze

Auf der „Handelsblatt Jahrestagung Stadtwerke 2026“ stellten Start-ups ihre innovativen Lösungsansätze vor. Unter anderem präsentierten sich:
  • clever-PV
    Das Start-up hat eine Energiemanagement-App entwickelt. Mit dieser können Geräte herstellerunabhängig so gesteuert werden, dass sie PV-Strom bestmöglich nutzen. Dadurch wird eine kontinuierliche Optimierung und Einsparung erreicht.
  • Powernaut
    Mit ihrem virtuellen Kraftwerksansatz unterstützt Pauernaut Energieversorger und Stromerzeuger dabei, ihr Portfolio zu managen und sich von einem zentralen Ort aus neue Energiemärkte und Einnahmequellen zu erschließen.

  • Energieglück
    Energieglück nutzt KI als Basis für seine Asset-Management-Software mit digitalem Zwilling sowie für den Einsatz in Großbatteriespeichern (BESS). Zudem bietet das Unternehmen KI-Services für Stadtwerke, Netzbetreiber, IPPs und die Menschen dahinter an.

     

Bildrechte: Handelsblatt Jahrestagung Stadtwerke 2026 / Dietmar Gust – Fotografie

Fazit

Die Zeit des Redens und Planens ist vorbei. Trotz schwieriger Rahmenbedingungen braucht es mehr Umsetzung und Taten. Diesem Leitgedanken folgend, gab Eva Weikl, Mitglied des Vorstands der ESTW Erlanger Stadtwerke AG, ihrem Vortrag den folgenden Titel: „Einfach mal machen! Vom digitalen Anspruch zur praktischen Umsetzung im Smart-Utility-Umfeld“. Denn die Zeit des Abwartens ist vorbei.

Wer zu lange im Stand-by-Modus verharrt, für den wird es schwieriger, den Gang hochzuschalten. In einem passiven, abwartenden Modus lässt sich nicht viel erreichen. Allerdings hilft auch blinder Aktionismus nicht weiter. Daher lohnt es sich, kontinuierlich am Ball zu bleiben, um Herausforderungen zu meistern. Austausch, Vernetzung, Kooperationen sind wichtig und auch mit eigenen Beispiel-Projekten mutig voran zu gehen, um so nicht nur Leitplanken für das eigene Unternehmen zu setzen, sondern auch für andere.

Dr. Katja Reisswig

Freie Redakteurin und Gründerin des Online-Magazins Technewable.com - spezialisiert auf digitale Kommunikation und Themen rund um die grüne Wirtschaft mit Fokus auf grüne Technologien, Innovationen, Lösungen und Anwendungen. Ihr Themenportfolio umfasst: Energie, Mobilität, Nachhaltigkeit, Digitalisierung & Transformation

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