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Flexiblisierung des Strommarkts – Weichenstellung für die Zukunft

Strommarkt 2.0: Sichere Stromversorgung durch flexible Vermarktung

Mit steigendem Anteil an erneuerbaren Energien ist eine Anpassung des Strommarktdesigns erforderlich. Sie ist Garant für eine in Zukunft sichere, umweltfreundliche und kostengünstige Stromversorgung. Im Oktober 2014 veröffentlichte das  Bundesministerium für Wirtschaft und Energie sein „Grünbuch“, indem sich mit der Anpassung auseinandergesetzt wird. Das war der Beginn für eine breit angelegte und transparente Debatte. Die Ergebnisse dieses Diskussionsprozesses sind in dem neuen Weißbuch des BMWi „Strommarkt für die Energiewende“ festgehalten.

Flexilibilisierung als Leitmotiv für das künftige Strommarktdesign

Das Weißbuch enhält 20 Maßnahmen für die Gestaltung des Strommarkt 2.0. Eckpunkte sind  freie Preisbildung, Überwachung der Versorgungssicherheit und die Weiterentwicklung der Regelenergiemärkte. Die Flexibilisierung wird künftig eine tragende Rolle spielen. Der Strommarkt wird sich verstärkt auf das Angebot fluktuierender Erneuerbarer Energien ausrichten.

Das Unternehmen e2m hat sich als Spezialist für die flexible Vermarktung von Strom und Virtuelle Kraftwerke aktiv an dem öffentlichen Konsultationsprozess beteiligt. „Flexibilisierung ist das Leitmotiv im Strommarkt der Zukunft. Nur wer flexibel auf Preissignale reagieren kann, wird im Strommarkt bestehen. Wir passen mit unserem Portfolio perfekt dazu“, sagt Andreas Keil, Geschäftsführer und Gründer der e2m. Es wird entscheidend darauf ankommen, dass im zukünftigen Strommarktdesign die freie Preisbildung vor politischen Verzerrungen geschützt wird.

Nur wenn sich Flexibilitätsoptionen wie Demand-Side-Management oder Speicher in einem fairen Wettbewerb miteinander bewegen, können sich Kosten-Effizienzen herausbilden. Daher befürwortet die e2m auch die klare Absage des BMWi an die Einführung von Kapazitätsmärkten, die noch im Grünbuch diskutiert wurde. „Kapazitätsmärkte hätten nur den Erhalt von etablierten Strukturen gefördert. In einem erweiterten Strommarkt 2.0 können wir die Brücke zwischen der ‚alten’ und der ‚neuen’ Energiewelt weiterbauen“, so Keil.

Bedeutung virtueller Kraftwerke wächst

Virtuelle Kraftwerke werden mit Blick auf den wachsenden Anteil erneuerbarer Energien im Strommarkt immer bedeutender. Durch die Erbringung von Regelenergie als Systemdienstleistungen können sie die wegbrechenden Kapazitäten aus konventionellen Großkraftwerken schrittweise ersetzen.

Das BMWi erkennt dies an und spricht sich im Weißbuch dafür aus, die Zulassungskriterien für den Regelleistungsmarkt für neue Anbieter zu öffnen. Keil weist aber darauf hin, dass sich die bestehenden Präqualifizierungsanforderungen bewährt haben und nicht unnötig aufgeweicht werden sollten. Die verlässliche Bereitstellung gesicherter Leistung muss oberste Priorität haben. Das setzt hohe Qualitätsstandards bei den Anbietern voraus.

Voraussetzungen für sichere Versorgung und Vermarktung

In vielen Bereichen schafft das Weißbuch wichtige Voraussetzungen für die Versorgungs- und Vermarktungsstrukturen, die dezentrale Energieerzeugung wirtschaftlich und sicher machen. Zur Erreichung einer noch besseren Planbarkeit und Netzstabilität spricht sich die e2m dafür aus, intelligente Technologien wie Smart Meter schrittweise einzuführen.

Zwar erkennt das Weißbuch den Nutzen von Smart Metern an. Aus Sicht der e2m gehen die Maßnahmen in diesem Bereich aber noch nicht weit genug. Vielmehr sollte Fernsteuertechnik bei allen Neu- und Bestandsanlagen über 7kW Leistung verpflichtend werden, wie dies auch die Verteilernetzstudie des BMWi vorschlägt. Dies erleichtert das Einspeisemanagement und trägt dazu bei, die Anlagen marktorientiert zu fahren.

 

Bildquelle: mopic / 123RF Lizenzfreie Bilder

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Quellen: e2m

Katja Reisswig