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Energieeffizienz ist tragende Säule der Energiewende

Das Thema Energieeffizienz wurde lange Zeit vernachlässigt und nur stiefmütterlich behandelt. Doch seit Verabschiedung des Nationalen Aktionsplan Energieeffizienz (NAPE) Ende 2014 und mit dem Aufsetzen verschiedener Förderprogramme rücken das Thema Energieeffizienz stärker ins Blickfeld von Öffentlichkeit und Wirtschaft. Ihm wird nun die Aufmerksamkeit zuteil, die das Thema in der Energiewende spielen sollte.

Bedeutung von Energie- und Wärmeeffizienz für die Energiewende

Die Umstellung des Energieversorgungsystems auf die Erneuerbaren Energien ist das Eine. Hier sind weiterhin große Anstrengungen nötig, um das Ziel bis zum Jahr 2025 knapp die Hälfte des Stromverbrauchs aus den Erneuerbaren zu gewinnen und bis zum Jahr 2050 eine Umstellung auf 80 Prozent erneuerbar zu erreichen. Gleichzeitig muss die Effizienz bei der Nutzung von Energie steigen und der Energieverbrauch insgesamt sinken. Entscheidende Weichenstellungen sind bereits heute nötig, um das Klimaschutzziel von 2 Grad zu erreichen. Daher heißt es auf der Website von NAPE:

“Die umweltfreundlichste und günstigste Kilowattstunde ist die, die wir gar nicht erst verbrauchen.“

Ziel von NAPE ist, den Primärenergieverbrauch bis zum Jahr 2020 gegenüber 2008 um 20 Prozent zu senken und bis 2050 zu halbieren. Das geht nur mit besonderen Anstrengungen beim Einsparen von Energie und dem Heben von Energieeinsparpotenzialen. Um das zu erreichen, muss auf allen Ebenen der Energiebilanz angesetzt werden, d.h. bei der Energiegewinnung, der Energieumwandlung, dem Transport von Energie und der Nutzung von Energie durch den Endverbraucher.

Der Anspruch ist, eine umweltschonende, zuverlässige und bezahlbare Energieversorgung für die Zukunft zu gewährleisten. Nötig ist ein ganzes Paket an Einzelmaßnahmen, die sowohl in privaten Haushalten als auch in allen Wirtschaftsbereichen umgesetzt werden. Es geht um die Fragen, wie sich der Energieverbrauch insgesamt verringern und wie sich Energie künftig sinnvoll einsetzen lässt?

Dabei hat gerade die Energieeffizienz für  Deutschland eine hohe Relevanz. Was oft bei den Diskussionen um die Energiewende vergessen wird, ist der Fakt, dass Wärme ebenfalls Energie ist. Bei dieser ergeben sich gerade im kalten Norden Europas hohe Einsparpotenziale. Deutschland verheizt quasi seine Energie. 71 Prozent des Energieverbrauchs in privaten Haushalten entfallen auf Raumwärme und die Warmwasseraufbereitung.

Rund 85 Prozent der Energiekosten werden in einem durchschnittlichen Haushalt für Heizung und Warmwasser ausgegeben. Die Ausgaben dafür sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Dementsprechend steigt die Nachfrage nach einer effizienteren Nutzung. Mit Wärmeenergie ist daher genauso sparsam umzugehen, wie mit Strom oder Kraftstoffen. Ein Schwerpunkt beim Thema Energieeffizienz sollte daher die Wärmeeffizienz bilden.

Kleine Maßnahmen mit großer Wirkung

Gerade beim Heizen und der Warmwasserversorgung ergeben sich enorme Einsparpotenziale für die Wirtschaft, aber auch für private Haushalte. Hier lässt sich bereits mit kleinen Maßnahmen viel erreichen. Das Stichwort heißt „energetisches Sanieren“. Gemeint sind damit Maßnahmen, die auf die Modernisierung im Gebäudebereich abzielen.

Dazu zählt beispielsweise die Erneuerung von Heizungsanlagen, der Austausch von Fenstern und Türen, die Dämmung von Außenwänden, Fassaden und Dächern, um nur einige der möglichen Maßnahmen zu benennen. Mithilfe solch kleiner Sanierungsmaßnahmen lässt sich das Eigenheim schrittweise auf den neuesten energetischen Stand bringen, sich gleichzeitig der Wohnkomfort erhöhen und langfristig Energie- und Heizkosten senken. Zudem können die dafür notwendigen Investitionen auf einen Zeitraum verteilt werden.

Der Staat fördert Maßnahmen zur energetischen Modernisierung. Bei der KfW-Bank können Einzelmaßnahmen, wie beispielsweise der Austausch eines alten Heizkessels, die Erneuerung der Fenster, eine Wärmedämmung  mit einem Investitionszuschuss von bis zu 5.000 Euro pro Wohneinheit gefördert werden. Auch über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) ist eine Förderung möglich. Sie bezuschusst die Einbindung erneuerbarer Energien zur Warmwasserbereitung oder zum Heizen.

Für alle, die einen kleinen Beitrag für die Umwelt leisten möchten und zugleich den eigenen Komfort steigern, bieten sich daher solche Investitionen an. „Für Hausbesitzer mit begrenzten finanziellen Mitteln können Einzelmaßnahmen ein guter Einstieg in die schrittweise energetische Modernisierung des Eigenheims sein“, rät auch Christian Stolte, Experte für energieeffiziente Gebäude bei der Deutschen Energie-Agentur dena.

Welche Maßnahmen sinnvoll sind, kann sich jedoch von Haus zu Haus unterscheiden. „Hausbesitzer sollten vor jeder Sanierungsmaßnahme einen Termin mit einem qualifizierten Energieberater machen“, empfiehlt Stolte weiter: „Der Berater untersucht die Bausubstanz und die Heizung und gibt Empfehlungen für sinnvolle Verbesserungen. Dabei prüft er auch, ob eine infrage kommende Maßnahme wirtschaftlich ist.“ Die Vor-Ort-Energieberatung in Ein- und Zweifamilienhäusern wird über das BAFA mit bis zu 800 Euro bezuschusst.

Die TOP 5 der Einzelmaßnahmen zur Energieeinsparung

Die Mehrzahl der deutschen Hausbesitzer entscheidet sich demnach auch für Einzelmaßnahmen zur Energieeinsparung. Nach einer Auswertung der KfW-Förderstatistik durch die dena waren im vergangenen Jahr die folgenden Einzelmaßnahmen zur Senkung der Energie- und Heizkosten am beliebtesten.

TOP 1: Der Austausch alter Heizkessel

An erster Stelle stand der Austausch alter Heizanlagen. Insgesamt 56.500 Sanierungen im Heizungsbereich wurden von der KfW-Bank gefördert. Dazu zählten neue Brennwertkessel, Wärmepumpen, Solarthermieanlagen, Pelletheizungen oder andere Effizienzheiztechniken.

TOP 2: Der Austausch alter Fenster

An zweiter Stelle folgte der Austausch alter Fenster. Der Einbau moderner Wärmeschutzverglasung wurde rund 54.500 Mal gefördert.

TOP 3: Wärmedämmung des Daches

und

TOP 4: Fassadendämmung

An dritter und vierter Stelle folgten Dämmmaßnahmen. Die Dämmung des Daches wurde laut KfW-Statistik rund 26.800 Mal gefördert. Eine Dämmung der Fassade ließen sich rund 13.300 Hausbesitzer durch die KfW-Bank fördern.

TOP 5: Hydraulischer Abgleich

An fünfter Stelle kam die Überprüfung und Optimierung einer bestehenden Heizungsanlage. Sie wurde rund 3.200 von der KfW-Bank gefördert.

TOP 5 energetische Modernisierung

TOP 5 der energetischen Sanierung – Hausbesitzer setzen auf Einzelmaßnahmen, wie Heizungstausch, Fenstererneuerung und Wärmedämmung Quelle: dena

Zum Weiterlesen:
  • Weitere Informationen zur energetischen Modernisierung, Förderung von Einzelmaßnahmen sowie die Kontaktadressen von qualifizierten Experten in allen Regionen Deutschlands finden sich auf dem Online-Portal der dena www.die-hauswende.de
  • Wer sich zunächst eine Übersicht über die Möglichkeiten und Maßnahmen zum Thema energetische Gebäudesanierung verschaffen möchte, wird bei den regionalen und lokalen Energieagenturen fündig. Energie- und Klimaschutzagenturen in Ihrer Nähe
  • Umfangreiche Informationen zum Thema Energieeffizienz und energetisches Modernisieren finden sich auf dem Portal Zukunft Altbau
  • Stimmen und Stimmung zu NAPE eingefangen von Andreas Kühl von energynet.de

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Quellen: BMWi dena , Borderstep Institut für Innovation und Nachhaltigkeit , Bundesverband der Energie- und Klimaschutzagenturen Deutschlands (eaD)
Katja Reisswig

Katja Reisswig