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Die E-world 2017: Rekorde, Start-ups und ein Blick in Richtung Zukunft

Einen neuen Ausstellerrekord erzielte die E-world energy & water vom 7. bis 9. Februar 2017 in Essen. Mit 710 ausstellenden Unternehmen aus 30 Nationen und rund 22.000 Besuchern unterstrich die E-world 2017 ihre Position als führende europäische Leitmesse der Energiewirtschaft.

E-world: Branchentreffen der Entscheider und Newcomer

Die E-world zieht vorrangig Fachpublikum an, von dem wiederum ein hoher Anteil an Entscheidern die Messe besucht. Fachpublikum und Entscheider nutzen die Messe für das Knüpfen neuer Kontakte, Networking, fachlichen Austausch sowie das Anbahnen von Kooperationen.

„Auf der E-world kommt der Markt zusammen – und das in hoher Qualität: 77 Prozent der Fachbesucher sind Entscheider, vorwiegend von Energieversorgungsunternehmen, Dienstleistern Industrieunternehmen und Stadtwerken, und direkt an Einkäufen und Beschaffungen in ihren Unternehmen beteiligt.“ sagt Oliver P. Kuhrt, Geschäftsführer der Messe Essen. Als Leitmesse werden hier die Themen der Branche gesetzt.

Für Start-ups der Energiewirtschaft ist die E-world inzwischen zu einer wichtigen Plattform geworden. Sie können hier mit Kapitalgebern, Industrievertretern, Händlern und weiteren Entscheidern der Energiewirtschaft in Kontakt treten. Erstmalig fand auf der Messe ein Speed-Dating für Start-ups statt. Das Speed-Dating wurde in Kooperation mit dem Innovationsnetzwerk Energieloft durchgeführt. Es bot Start-ups die Chance, gezielt in Kontakt mit passenden Kooperationspartnern und Investoren zu treten, denen sie ihre Konzepte präsentierten.

Am letzten Messetag hatten Studenten und Absolventen die Chance beim Karriereforum auf Personalleiter aus der Energiewirtschaft zu treffen. Auch dieses Forum wurde gut angenommen.

Start-ups betreten die Bühne

Hohe Präsenz und Aufmerksamkeit erzielten die aus dem Hause von innogy geförderten Start-ups. Sie konnten gleich im Eingangsbereich der E-world ihre Neuheiten einem interessierten Publikum, sowohl vor einer Leinwand, als auch auf dem Stand von innogy, präsentieren.

Gründer und CEO von Kiwigrid, Dr. Carsten Bether präsentierte am 08.02.17 auf der E-world 2017

Gründer und CEO von Kiwigrid, Dr. Carsten Bether präsentierte am 08.02.17 auf der E-world 2017 Foto: Technewable.com, KR

Eine weitere Möglichkeit mit Start-ups der Energiewelt in Kontakt zu treten, bot die Gemeinschaftsfläche „E-world Innovation“. Hier stellten über 60 junge Unternehmen und Start-Ups ihre Produkte und Dienstleitungen vor, darunter ein selbstlernendes System zur Heizkörpersteuerung, ein dank modernster Biotechnologie komplett autarker Wohnwagen oder auch ein Smart-Meter-Universalstecker zur Echtzeit Energieverbrauchs-Anzeige.

„Das europäische Unternehmen InnoEnergy investiert in innovative nachhaltige Energielösungen. Wir waren dieses Jahr zum ersten Mal als Aussteller auf der Eworld präsent und können eine durchweg positive Bilanz ziehen. Im Gepäck hatten wir insgesamt acht unserer Start-ups und Projekte, die ihre Lösungen für beispielsweise Smart Home, Energieeffizienz und energieautarkes Wohnen vorstellten. Insbesondere unsere ausländischen Start-ups konnten zahlreiche relevante Kontakte knüpfen mit potentiellen Kunden und Investoren am deutschen Markt“, sagt Jeannine Petry, Marketing Officer bei InnoEnergy.

Mit dem Themenbereich „E-world Innovation“ soll die Sichtbarkeit junger Firmengründer erhöht werden. Ebenso sollen aber auch Forschungseinrichtungen mittels dieses Formats mehr Präsenz erhalten.

Auf dem Fachforum „Innovation“ gaben sich ebenfalls zahlreiche Start-ups der Energiewirtschaft ihr Stelldichein. Sie diskutierten die Chancen und Herausforderungen am Energiemarkt, tauschten sich über neue Geschäftsmodelle aus und über Möglichkeiten den Herausforderungen der Energiezukunft zu begegnen.

BITKOM Energy Network auf dem Innovation Forum der E-world 2017, Podium zum Thema "Vom Versorger zum Vorreiter", Foto: Technewable.com, KR

BITKOM Energy Network auf dem Innovation Forum der E-world 2017, Podium zum Thema „Vom Versorger zum Vorreiter“, Foto: Technewable.com, KR

Zugleich stießen hier etablierte Unternehmen auf die jungen Firmengründer. Hier zeigte sich, dass nicht nur ein branchenübergreifender Blick Innovationen voranbringt, sondern auch die Kooperation zwischen etablierten Unternehmen und jungen Start-ups fruchtbar sein kann. Sie bietet Vorteile für beide Seiten.

Das sich damit neue Lösungen auf den Markt bringen lassen, zeigte dann auch die feierliche Bekanntgabe der Zusammenarbeit des Start-ups Lemonbeat mit dem Unternehmen Phoenix Contact am zweiten Messetag.

Großer Moment - die offizielle Bekanntgabe der Kooperation des Start-ups Lemonbeat mit dem Unternehmen Phoenix Contact

Großer Moment – die offizielle Verkündung der Kooperation des Start-ups Lemonbeat mit dem Unternehmen Phoenix Contact Foto: Technewable.com, KR

Mit dem dena Start-up Bus zur E-world 2017

Ein von der Deutschen Energie-Agentur (dena) gecharterter Bus brachte rund 30 Berliner Start-ups zur E-world 2017. Mit an Bord waren Andreas Kuhlmann, Geschäftsführer der dena sowie Investoren und Sponsoren der Tour. Der Bus startete morgens um 7.00 Uhr vor dem Roten Rathaus in Berlin. Warme Grußworte gaben die Wirtschaftssenatorin Ramona Pop und Andreas Kuhlmann den Start-ups in der morgendlichen Stunde mit auf den Weg.

Die anschließende Fahrt zur E-world 2017 nach Essen bot Gelegenheit für intensive Gespräche und fachlichen Austausch zwischen den mitfahrenden Start-ups. Auch Technewable durfte gemeinsam mit Andreas Kühl von energynet.net die Gelegenheit nutzen, die Start-ups bei der Tour zu begleiten und sich so ausführlich mit den Vorhaben der Start-ups vertraut zu machen.

Einen ausführlichen Reisebericht zur dena Start-up Bus-Tour findet sich hier:

A bus full of energy

Eine kleine Vorführung während der Bustour gab das Start-up Hyko.

Unterstützt wurde die Tour u.a. durch die GASAG und Veolia. Die Liste aller teilnehmenden Start-ups der dena Startup-Bus Tour findet sich unter folgendem Link:

Startups

Einen Schwerpunkt, mit denen sich viele der Start-ups des dena Shuttles beschäftigen, sind neue Informations- und Kommunikationslösungen (IKT) für die Digitalisierung der Energiewirtschaft. Damit liefern die Start-ups Lösungen für die zukünftigen Energiemärkte. Die Digitalisierung der Energiewirtschaft bildete somit auch den thematischen Hauptschwerpunkt der E-world 2017.

Digitale Lösungen mit Blick in Richtung Zukunft

Als Leitmesse zeigt auch dieses Jahr die E-world die aktuellen Trends in der Energiewirtschaft auf. Bestimmendes Thema der E-world 2017 war das Thema: „Smart Energy – die Vernetzung und Steuerung von Stromerzeugung, Speichersystemen und Verbrauchern“. Insgesamt 150 Unternehmen präsentierten zu diesem Thema auf der E-world 2017 ihre Lösungen. Generell ging es um das Finden von richtungsweisenden Lösungen für die Energiewelt von morgen. Schwerpunkte bildeten seitens der Unternehmen, von denen hier eine kleine Auswahl zusammengestellt ist, folgende Themenbereiche:

Für die Thüga SmartService GmbH sind richtungsweisende Themen in diesem Jahr der bevorstehende Smart-Meter Rollout und in Verbindung mit diesem, die IT-Sicherheit, die Gateway-Administration sowie der Messstellenbetrieb.

Für die Hermann Pipersberg jr. GmbH sind intelligente Gaszähler und digitales Zählermanagement richtungsweisende Trends.

Für die EnergieAgentur NRW sind die sektorenübergreifende Transformation des Energiesystems, die Chancen und Risiken des Wärmenetzausbaus sowie die Zukunftsperspektiven für die Windenergie und die Photovoltaik Schwerpunktthemen.

Für Veolia Deutschland bilden Ressourcenlösungen und Dienstleistungen für Kommunen und Industrie Schwerpunkte. „Im Fokus der Gespräche standen dieses Jahr die Themen Digitalisierung und dynamisches Energieeffizienz-Controlling. Wir haben zeigen können, welchen Beitrag Veolia in Deutschland und international leistet, um Wirtschaftlichkeit und Klimaschutz zu verbinden und wie wir Industrie- und Gewerbeunternehmen bei der Reduktion ihres CO2-Fußabdrucks unterstützen. Energieeffizienz ist für Veolia als weltweit führender Akteur in der Kreislaufwirtschaft ein wichtiger Bestandteil von Ressourceneffizienz.“ sagt Etienne Petit, Landesdirektor, Veolia Deutschland.

Energy App Award prämiert zukunftsweisende digitale Lösungen

Am Ende des zweiten Messetages wurden besonders zukunftsweisende digitale Lösungen prämiert. Der Energy App Award fand nun zum zweiten Mal statt. Das niederländische Start-up Jedlix gewann den Preis für seine „ichargesmart App“ in der Kategorie „Customer Benefit“. Mit der App können Nutzer von Elektrofahrzeugen einen Zeitpunkt angeben, wann der Akku des Fahrzeugs wieder aufgeladen sein soll.

Sieger des Energy App Award der E-world 2017: Jedlix, Smappee, Kelag

Sieger des Energy App Awards der E-world 2017: Jedlix, Smappee, Kelag Foto: Technewable.com, KR

In der Kategorie „Future Conzept“ siegte das österreichische Energieversorgungsunternehmen Kelag mit seiner GreenApp. Sie zeigt an, wie sich Energie-Verbräuche deutlich reduzieren lassen. Mit der „Jury Category” wurde die Smarthome-Lösung Smappee geehrt. Das System hilft dabei, den Energieverbrauch transparent darzustellen sowie mithilfe zusätzlicher Zwischenstecker verschiedene Geräte im Haus zentral per App zu steuern.

Bilanz zur E-world 2017

Durchweg gab es reichlich positives Feedback zur E-world 2017. So seien intensive, tiefgehende Gespräche mit Fachpublikum und Zielgruppen geführt worden. Die hohe Besucherqualität und die Vorstellung von Leuchtturmprojekten wurden gelobt. Als Plattform tauschten sich Aussteller, Händler, Analysten und Fachpublikum über aktuelle Markttrends aus. Die Besucher erhielten Einblicke in innovative Technologien und neue Geschäftsmodelle. Viele Aussteller betonten die positive Aufbruchsstimmung auf der Messe. Auf der Messe wurde gezeigt, wie mit neuen Ideen und Lösungen sich die Energiemärkte von morgen tatkräftig gestalten lassen.

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Quellen: Mediacenter Messe Essen dena Start-up Bus ,

Katja Reisswig

Katja Reisswig ist promovierte Sozial- und Wirtschaftswissenschaftlerin. Sie ist Gründerin des branchenübergreifenden B2B-Portals technewable.com für die grüne Wirtschaft. Ziel des Portals ist, grüne Lösungen und Technologien bekannter zu machen, grüne Akteure zu vernetzen und den Transfer hin zu einer grünen Wirtschaft kommunikativ zu begleiten.