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Vergabe der Geen Alley Awards

Auftakt für die erste Green Alley Pitch-Veranstaltung

Am 30. September 2014 fand erstmalig die Green Alley Pitch-Veranstaltung im Rahmen des “InnoWASTEon” – Gründerwettbewerbs mit anschließender Verleihung des Green Alley Awards statt. Sieben nominierte Gründerteams und JungunternehmerInnen 
präsentierten in drei Minuten ihre Vorhaben einer Jury bestehend aus Vertretern der Wissenschaft, Wirtschaft und Gründerszene sowie potenziellen Investoren.

Die Auswahl fiel nicht leicht

Insgesamt 70 Bewerbungen und Einsendungen gab es, von denen die sieben überzeugendsten und am aussichtsreichsten Vorhaben gewählt werden mussten: “Die Auswahl der Finalisten fiel uns nicht leicht. Wir haben dabei besonderen Wert auf die Skalierbarkeit der Ideen gelegt, also die Frage, wie ein guter Einfall zu einem erfolgreichen Geschäftsmodell wachsen kann”, so Miriam Kehl, Associate Director der Green Alley Investment GmbH über den Auswahlprozess. 

Für die Finalisten gab es die Möglichkeit ihre Gründungsprojekte persönlich der Jury und einem interessierten Publikum vorzustellen. Die Ideen der Gründerteams und Jungunternehmen waren alle aus  dem Bereich Recycling, Ressourcenschonung und Kreislaufwirtschaft. Am Ende konnte es jedoch nur drei Sieger geben, die mit den überzeugendsten Geschäftsideen. Verdient hätten es alle. Hier zeigte sich, wie viel Potenzial in dem Bereich schlummert: “Die hohe Anzahl der Bewerbungen zeigt, dass die Innovationskraft junger Unternehmen in der Recyclingbranche sehr groß ist. Als Mutterkonzern von Green Alley unterstützt die Landbell AG marktwirtschaftliche Lösungen zur Verbesserung der Umwelt. Nicht immer sind politische Vorgaben notwendig, um dem Verbraucher ökologische Alternativen nahe zu bringen”, so Miriam Kehl weiter. 

Bei den Ideen ging es um Abfallvermeidung, Wiederverwendung und Recycling. Viele Ideen beschäftigten sich mit der Frage, wie sich Abfall vollständig vermeiden oder zumindest reduzieren lässt. Aber auch die Wiederverwendung von Ressourcen stand im Mittelpunkt vieler  Konzepte. Die Gewinner des Wettbewerbs “InnoWASTEon – grüne Start-ups gesucht!” und Preisträger des Green Alley Awards erhalten Preisgelder in Höhe von 5.000 Euro, eine Bürofläche im Green Alley Coworking Space in den Berliner Osram Höfen sowie fachliche Unterstützung durch Experten und Netzwerke im Bereich der Kreislaufwirtschaft.

 Zusätzlich steht die Option im Raum, ob sich das eine oder andere Vorhaben für eine Unternehmensbeteiligung durch die Green Alley oder für eine Crowdfunding Kampagne bei Seedmatch eignet.

Die Finalisten und die Preisträger des Green Alley Awards

Zu den Finalisten des Green Alley Awards gehörten Vorhaben und Projekte, die sich mit Verpackungen und der Vermeidung von herkömmlichen Verpackungen beschäftigten, die anstelle von herkömmlichen Materialien umweltfreundliche ressourcenschonende Materialien verwenden wollen, die biologisch abbaubare Reststoffe für eine Wiederverwendung aufbereiten und nutzen oder die neue innovative Geschäftsmodelle für die Lösung von Abfall- und Müllproblemen leisten. Ebenso gab es Ideen und Vorhaben, die Produkte und Waren vor einem zu frühzeitigen Ableben bewahren.

Die Finalisten kurz der Reihe nach vorgestellt

1. Pitch: Unverpackt Einkaufen!

Das in diesem Jahr von den zwei Gründerinnen Emilie Florentkowsky und Eva Brandt gegründete Unternehmen “Unverpackt Einkaufen!” beschäftigt sich mit Abfallvermeidungsstrategien. Sie entwickeln Verkaufskonzepte für den Einzelhandel und Supermärkte, die helfen Verpackungsmüll zu reduzieren. Über das sogenannte Bulk-Shopping, die Verwendung von großen Behältern (Bulk Bins) werden lose Waren von Konsumenten in wiederverwendbaren Behältern abgefüllt und auf die Art verkauft. Unverpackt Einkaufen! hat sich  darauf spezialisiert, das Bulk-Shopping in bestehende Ladenkonzepte deutscher Supermärkte zu integrieren. Dazu berät das Team Einzelhändler und entwickelt Gesamtkonzepte für den Verkauf loser Waren ohne Verpackungen in wiederverwendbaren Behältern.

2. Pitsch: Schrott Deal

Das Unternehmen Schrott Deal wurde ebenfalls 2014 gegründet. Gründer sind Fabian Ferdinand Kiechle und Hesham Khaled Ahmed Ghandour. Sie haben sich auf die Schrottverwertung von wertvolle Abfallrohstoffen spezialisiert. Sie haben hierzu einen Online-Marktplatz entwickelt, auf dem Entsorger, vor allem Privatleute und Unternehmen, die Fahrzeuge, Waschmaschinen oder Altmetalle nachhaltig entsorgen möchten, mit Schrotthändlern zusammenbringen. Ihre Weblösung macht es Entsorgern möglich, ihre Altrohstoffe einfach und schnell zu entsorgen. In vier Bereichen werden Händler vermittelt: Autovermietung, Sperrmüll, Metall-Schrott und Aluminium.

3. Pitch: RePack

Das Unternehmen RePack wurde bereits 2001 von Petri Piirainnen und Juha Mäkelä gegründet. RePack ist ein finnisches Unternehmen, welches ein wiederverwendbares Verpackungssystem für den Online-Handel entwickelt haben. Ihr Anliegen ist, den mit zunehmenden Online-Handel entstehenden Verpackungsmüll zu reduzieren. Dazu bieten sie Konsumenten vollständig recycelbare Versandtaschen an, die über ein Pfandsystem zurückgenommen und auf diese Weise mehrfach verwendet werden.Den Pfand, den ein Kunde für die nachhaltige Verpackung zahlt, erhält er in Form von Gutscheinen für kooperierende Online-Shops zurückerstattet.

4. Pitch: PANDACUP

Mit PANDACUP hat die Ideenträgerin Ulrike Gottschau einen wiederverwendbaren To-Go-Becher entwickelt, der für einen mehrfachen Einsatz im Café genutzt werden kann. Derzeit landen allein in Deutschland 6,5 Milliarden Einwegbecher für Getränke jährlich im Abfall ohne das eine Möglichkeit zum Recyceln gegeben ist. Mit PANDACUP soll es ein intelligentes Rücknahmesystem mit Spülservice in Cafés geben. Über die Möglichkeit seinen Becher mehrmals zu verwenden hinaus ist seine Entsorgung ebenso unbedenklich, da der PANDACUP aus dem natürlichen schnell nachwachsenden Material Bambus besteht. Damit kann Abfall nicht nur reduziert, sondern ebenso umweltfreundlich entsorgt werden.

5. Pitch: kaputt.de

Weltweit fallen pro Minute 75 Tonnen Elektroschrott an und das nur, weil es einfacher ist, kaputte Geräte zu entsorgen als reparieren zu lassen. Aus diesem Grund haben Moritz Stephan Zyrewitz und Tobias Kronawitter eine Plattform entwickelt, auf der sie Verbraucher dazu anregen über einen Gamification-Ansatz ihre Geräte selbst zu reparieren oder reparieren zu lassen. Als Optionen stehen dem Verbraucher die Option offen, sich selbst als Tüftler mit der Reparatur zu beschäftigen, einen passenden Servicedienstleister oder sein defektes Gerät zu verkaufen, an. Das Unternehmen kaputt.de wurde 2014 gegründet.

6. Pitch: GreenLab Berlin

Das Unternehmen GreenLab Berlin wurde im Jahr 2013 gegründet. Geleitet wird das Unternehmen von Dr. Sabine Schäfer und Daniel Kania. Bei GreenLab geht es um die Weiterverwendung von Kakao als Abfallprodukt. Kakao wird als Rohstoff in großen Mengen verarbeitet, dabei fallen Reststoffe an, die jedoch zum Wegwerfen zu Schade sind. Sie nutzen ihn als Ausgangsstoff für die Herstellung von Haushaltsbiodünger, den sie aus Kakaoschalen der lokalen Bio-Kakaoherstellung rund um Berlin nutzen. Ihren flüssigen Balkondünger “Blümchenfutter” und ihre Düngerpellets “Pimp my Gärtchen” vertreiben sie bereits in Bio-Einkaufsläden.

7. Pitch: FoodLoop

Jedes Jahr werden 550.000 Tonnen Lebensmittel vernichtet, was einem Warenwert von 1,6 Milliarden Euro entspricht. Grund dafür ist, dass viele Lebensmittel bereits vor Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums entsorgt werden. Das Unternehmen FoodLoop, welches von Christoph Müller-Dechent und Mehrad Rafigh im Jahr 2014 gegründet wurde, nimmt sich dieser Problematik an. Sie haben eine App entwickelt, bei der Verbraucher preisreduzierte Lebensmittel in Supermärkten in ihrem Umfeld suchen und erwerben können deren Mindesthaltbarkeitsdatum kurz vor Ablauf steht. Einzelhändler wiederum können solch Rabattaktionen für Lebensmittel planen und durchführen.
Gewinner des “InnoWASTEon”- Wettbewerbs und Preisträger des Green Alley Awards sind die drei Start-ups RePack, FoodLoop und GreenLab Berlin.
Als Mitglieder in der Jury waren vertreten:
  • Prof. Dr.-Ing. Marina Franke – Honorarprofessorin TU Darmstadt, Institut IWAR, Beraterin für Abfallwirtschaft, Umweltpolitik, nachhaltigen Konsum und Produktion
  • Dr. rer. pol. Ralf Weiß – Senior Researcher Borderstep Institut für Innovation und Nachhaltigkeit
  • Jens-Uwe Sauer – Gründer und Geschäftsführer von Seedmatch, Crowdfunding-Plattform für Start-ups
  • Jan Patrick Schulz – Geschäftsführer der Green Alley Investment GmbH, Vorsitzender des Vorstands der Landbell AG


Über Green Alley: 

Gute Ideen brauchen Raum für Entfaltung. Diesen gibt es seit Anfang des Jahres in einem weiteren grünen Inkubator, der Green Alley in Berlin. Hier erhalten grüne Start-ups Unterstützung in allen Fragen ihr Gründungsvorhaben zu entwickeln und ihr Business aufzubauen. Hauptfokus ist die Förderung von Gründungsvorhaben im Bereich Recycling, Ressourcenschonung und Kreislaufwirtschaft. Green Alley ist die Anlaufstelle für Gründer der Green Economy mit Sitz in Berlin. Die Green Alley Investment GmbH ist eine 100%-ige Tochter des Umwelt- und Entsorgungsspezialisten, der Landbell AG in Mainz.

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Katja Reisswig

Katja Reisswig