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Urban Mining: Sekundär – Rohstoffe nutzen

Elektroschrott birgt wertvolle Rohstoffe

Ein modernes Smartphone enthält etwa 30 wertvolle Metalle wie Gold, Kupfer, Silber und Seltene Erden. Verwendet wird es im Durchschnitt zwei Jahre, bis ein neues Modell auf den Markt kommt, es ungewollt den Geist aufgibt oder anderer Ersatz gefunden wird. Genauso verhält es sich mit vielen anderen Elektrogeräten. Doch selbst wenn ein Gerät das Ende seiner Lebensdauer erreicht hat, ist es wertvoller als je zuvor.

Laut BUND liegen rund 160 Millionen Euro in Form von Edelmetallen in Deutschlands Schubladen. Und hier sind lediglich Handys, noch keine PCs, Laptops, Haushaltsgeräte, etc. mit eingerechnet. Viele der für die Produktion notwendigen Rohstoffe wie Metall oder Öl sind per se nicht erneuerbar. Trotzdem verwenden wir sie verschwenderisch, als ob der Vorrat unendlich wäre. Und die Sammlung und das Recycling sind aufwändig und teuer – die theoretischen 160 Millionen Euro müssten großteils dafür wieder aufgewendet werden.

Sammelquoten sind zu niedrig

Durch verkürzte Produktionszyklen und fortschreitende Technisierung unserer Gesellschaft wachsen nicht nur die Produktionszahlen, sondern auch der damit einhergehende Elektro-Müllberg. Der fachgerechte Entsorgungsbedarf von Elektroschrott ist immens und kritisch zu sehen, denn deutschlandweit werden weniger als 45 Prozent ordnungsgemäß gesammelt und verwertet, weltweit sogar nur 20 Prozent.

Im schlimmsten Fall landen unsere alten Elektrogeräte auf Europas größter Mülldeponie für Elektroschrott: Agbogbloshie, Ghana, Afrika. In der WEEE-II-Richtlinie der EU ist ein Sammelziel von 65 Prozent der Elektro- und Elektronikgeräte ab dem Jahr 2019 festgelegt – das wahrscheinlich kein EU-Land erreichen wird. Diese Sammelquote zu erreichen, wird auch für Deutschland herausfordernd. Deswegen bedarf es neben Aufklärungsarbeit erhebliche Anstrengungen und neue Lösungen, um Entsorgungswege zu optimieren. Somit stellt sich die entscheidende Frage: Welche Maßnahmen sind notwendig, um Rohstoffe wiederzugewinnen. Wie kann es dem Bürger einfacher gemacht werden, Elektroschrott zu entsorgen?

Schrott oder Wertbank: Perspektivwechsel im Land der Elektrogeräte

Jeder deutsche Haushalt besitzt wertvolle Sekundär – Rohstoffe, die in kaputten und ausgedienten Smartphones, Laptops und Haushaltsgeräten verbaut sind. Diese können anstelle von Primär – Rohstoffen aus dem Minenabbau aufbereitet und wiederverwendet werden. Aufgrund der niedrigen Sammelquoten und den illegalen Exporten gehen jedes Jahr Rohstoffe im Wert von 55 Milliarden Dollar verloren. Das spricht eindeutig für eine Notwendigkeit, die Ressourcengewinnung durch Urban Mining zu maximieren.

Allerdings wird es den deutschen Verbrauchern relativ schwer gemacht, ihre Elektrokleingeräte auf unkomplizierte Weise fachgerecht zu entsorgen. Der Hausmüll ist von Elektroschrott ausgeschlossen, der Fachhandel zeigt sich trotz ElektroGesetz wenig kooperativ und die Wege zu Wertstoffhöfen und -mobilen sind immer noch weit. Dies sind Gründe, die dazu beitragen, dass zu viele Elektrogeräte in den Schubladen liegen bleiben und nicht recycelt werden können. Eine flächendeckende Lösung, die alle Beteiligten wie Politik, Wirtschaft und Verbraucher einbezieht, fehlt.

Kreislauf schließen – Entsorgung attraktiver machen

Die Lücke zwischen dem Ende der Produktionsnutzung und der Entsorgung muss gefüllt werden. Hier knüpfen wir, von binee mit unserem Sammelsystem “e-binee”  an. Durch die auffälligen e-binees, Werbestelen mit Sammelbehälter und digitalem Display, entsteht ein Netzwerk von Sammelpunkten an hochfrequentierten Orten wie Elektromärkten, Bürgerbüros oder Drogerien. So werden die Rückgabe-Wege für die Nutzer kürzer.

Das Prinzip ist simpel und intuitiv: für die Abgabe von alten Elektrogeräten erhalten die Nutzer*Innen einen Gutschein, den sie auf dem Display auswählen können. binee arbeitet durch das werbefinanzierte Konzept. Gleichzeitig wollen wir mithilfe von Kooperationen mit ökologisch handelnden und lokalen Partnern Synergien nutzen.

“Uns ist die einfache, schnelle Lösung wichtig, die so viele Menschen wie möglich nutzen können, damit das Müllproblem ein Ende findet”, so unser Geschäftsführer von binee.

Einfach, fachgerecht & belohnend: Elektrogeräte am Arbeitsplatz abgeben

Neu ist die Idee, die Sammelboxen in großen Unternehmen aufzustellen. So bekommen hunderte Menschen gleichzeitig die Möglichkeit, Elektroschrott an ihrem Arbeitsort abzugeben. Ohne Umweg. Gesammelt werden vorrangig kleine Elektrogeräte aus dem Privathaushalt – denn diese bieten gefühlt den kleinsten Anreiz für eine geordnete Sammlung. Für Organisationen ist die Logistik der Entsorgung von Elektrokleingeräten meist teurer als der Wert der enthaltenen Rohstoffe. Durch hohe Kosten und Aufwand sind viele Hersteller und Händler nicht bestrebt, in die Sammlung von alten Elektrogeräten zu investieren.

 

So einfach sammelt binee Rohstoffe und belohnt seine Nutzer Foto: Anne Schwerin

So einfach sammelt binee Rohstoffe und belohnt seine Nutzer Foto: Anne Schwerin

„Mit e-binee bieten wir unseren Mitarbeitern einen besonderen Service an, der unsere Nachhaltigkeitsbestrebungen stärkt und greifbar macht”, sagt Manfred Miehlbradt, Betriebsrat der HELLA KGaA in Lippstadt.

Vertrauensvolle Recycler finden

Die von binee gesammelten Geräte finden die ökologisch sinnvollste Verwendung und landen bei vertrauensvollen Wiederverwendern und Recyclern. Wenn das aufstellende Unternehmen bereits über einen guten Recyclingprozess verfügt, der für den gesammelten E-Schrott genutzt werden kann, ist eine Integration der binee aber möglich und manchmal der sinnvollste Weg.

Was bedeutet gutes Recycling? 

Ein guter Recycler orientiert sich an der Müllpyramide, indem der gesammelte Elektroschrott begutachtet und nach Kategorien sortiert wird. Welche Geräte können wiederverwendet werden? Wenn sie nicht zur Wiederverwendung geeignet sind, sollte geschaut werden, welche Materialien recyclingfähig sind und somit in den Stoffkreislauf zurückgeführt werden können. Welche Verwertungsszenarien sind möglich? Erst nach vergeblicher Prüfung dieser Kriterien erfolgt der letzte Schritt: Die fachgerechte Beseitigung. Eine qualifizierte Schadstoffentfrachtung und Zerlegung der Elektro- und Elektronikaltgeräte ist essentiell. Wichtig ist zudem, dass ein illegaler Export des Elektroschrotts ausgeschlossen wird.

Vermeidung vor Wiederverwendung – Wiederverwendung vor Recycling – Recycling vor Beseitigung

Durch Konsumreduzierung und eine längere Nutzung der Geräte werden Ressourcen am besten geschont. Somit sind Hersteller aufgefordert, ihre Produkte qualitativ hochwertig und für eine lange Nutzungsdauer zu gestalten. Genauso wichtig ist das Handeln jeder Bürgerin und jeden Bürgers. Je nach Zustand des Elektrogerätes kann es verkauft, verschenkt oder verliehen werden. In einigen Fällen lohnt sich auch eine Reparatur.

Das schont nicht nur die Umwelt, sondern auch den Geldbeutel. Auch Spenden ist eine Möglichkeit. Karitative Einrichtungen freuen sich über gebrauchte Elektrogeräte, die sie in der Regel kostenlos an Bedürftige weitergeben. Erst wenn ein Gerät funktionsuntüchtig und irreparabel ist, sollte es ins Recycling gegeben werden.

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binee UG

binee ist eine innovative Marke im Nachhaltigkeitssektor sowie im Werbebereich. Das Sammelsystem von binee bietet neuartige Lösungen, um Materialien wieder in den Wirtschaftskreislauf zu geben sowie Schadstoffe sachgerecht zu entsorgen. Für die weitere Markterschließung ist das Start-up auf der Suche nach einem partnerschaftlichen Investor sowie interessierten Standort- und Werbepartnern.

Darüber hinaus engagiert sich binee in sozialen Projekten und bietet Workshops zur Ideenfindung und Projektumsetzung im Sinne der Sustainable Development Goals an.

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