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dena „Power to Gas Jahreskonferenz 2016“

Diskussion der Einsatzpotenziale und Marktchancen von Power to Gas auf der Power to Gas Jahreskonferenz 2016

Auf ihrer Jahreskonferenz Power to Gas 2016 am 21. Juni 2016 in Berlin warb die Deutsche Energie-Agentur (dena) für den offenen Einsatz von innovativen Technologien im Zuge der Energiewende. Den rund 200 Teilnehmern – Entscheidern und Experten aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft – wurde der Potenzialatlas Power to Gas vorgestellt.

Der Potenzialatlas unterstreicht die Bedeutung von Power to Gas für den Klimaschutz und die Energiewende. Er zeigt Marktchancen und Wege zur Marktentwicklung von Power to Gas Lösungen auf. Zudem gibt er Hinweise auf den aktuellen Stand der Technik und weitere Entwicklungspotenziale. Gleichzeitig weist er auf zentrale Hemmnisse für die Weiterentwicklung hin und liefert Handlungsempfehlungen, um diese zu beheben.

Clusterregionen in Deutschland für Power to Gas identifziert

Ein wesentliches Ergebnis des Potenzialatlas ist die Identifizierung von Clusterregionen in Deutschland. Anhand dieser wird deutlich, welche Regionen bei der Entwicklung der Technologie führend sind und an welchen Standorten sich künftig weitere Investitionen lohnen. Hier bieten vier attraktive Regionen besonders günstige Standorte zur Marktentwicklung der Technologie.

Identifizierte Cluster-Regionen Power to Gas Quelle: dena

Identifizierte Cluster-Regionen Power to Gas Quelle: © Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena) / www.powertogas.info

 

Dazu gehören:

  • Unterelbe-Weser-Ems
  • Mitteldeutschland-Berlin-Brandenburg
  • Neckar
  • Rhein-Main-Ruhr

Diese vier Regionen zeigten demnach die vielversprechendsten Potenziale für den Einsatz von Power to Gas. In diesen Regionen wird künftig mit einer dynamischen Entwicklung bei der Nutzung von Power to Gas gerechnet. Identifiziert wurden die Cluster anhand von Expertenbefragungen, Recherchen, Analysen und der Einschätzung von zeitlichen Entwicklungen einzelner Nutzungspfade.

Die Weiterentwicklung und weitere Nutzung der Technologie hänge derzeit wesentlich von den technologischen Entwicklungen ab. Diese lassen sich nicht um jeden Preis vorhersehen. Als großes Hindernis wurden zudem die derzeitigen politischen Rahmenbedingungen und geplanten Regulierungen wahrgenommen.

Die Weichen nicht verstellen

So ging auch im Rahmen der Konferenz ein dringender Appell an die Politik, die Weichen für neue Technologien, wie Power to Gas, nicht zu verstellen. Plädiert wurde klar und deutlich für Technologieoffenheit, die nötig sei, um die künftigen Aufgaben und Herausforderungen der Energiewende und für ein #Energiesystem der Zukunft zu meistern.

Als Maßnahmen empfiehlt der Potenzialatlas unter anderem Änderungen im Strommarktgesetz und im Erneuerbare-Energien-Gesetz, eine rasche Umsetzung der EU-Richtlinie über die Qualität von Kraftstoffen (Fuel Quality Directive) sowie eine stärkere Zusammenarbeit der verschiedenen Akteure.

Im Abschlussplenum der Konferenz verwies Andreas Kuhlmann, Vorsitzender der dena-Geschäftsführung, auf die bereits vorhandenen Initiativen von Unternehmen und einzelnen Bundesländern. Der Abbau von Regelungen sei nötig, da sie die Marktentwicklung von Power to Gas behindern:

„Wir brauchen in der Energiewende mehr Freiräume für innovative Technologien. Diese Konferenz hat dafür wichtige Impulse gegeben. Die Energiewende ist ein komplexer, disruptiver Prozess, keine einfach planbare lineare Entwicklung. Wir können heute nicht wissen, welche Technologien wir in 10, 20 oder gar 30 Jahren brauchen werden. Deshalb sollten wir uns nicht von vornherein auf bestimmte Technologien festlegen und andere ausschließen, sondern Ziele definieren, die wir möglichst effizient erreichen wollen. Wenn es darum geht, das Klima zu schützen, erneuerbare Energie zu speichern und über den Stromsektor hinaus nutzen zu können, dann ist Power to Gas jedenfalls eine sehr spannende Lösung. Doch unter den aktuellen energiepolitischen Rahmenbedingungen hat dieses Multitalent keinen fairen Zugang zum Markt. Das müssen wir ändern. Mit unserem Potenzialatlas Power to Gas zeigen wir, wo wir dafür ansetzen müssen.“

Neben den politischen Rahmenbedingungen wurden auf der Konferenz Geschäftsmodelle, Einsatzmöglichkeiten und Anwendungen für die Umwandlung von erneuerbarem Strom zu Gas (Power to Gas) diskutiert.

Zu den Referenten der Konferenz gehörten unter anderem Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, Garrelt Duin, Energieminister von Nordrhein-Westfalen, und Robert Habeck, Energiewendeminister von Schleswig-Holstein. Hinzu kamen Vertreter von Unternehmen wie Thyssen Krupp, 50 Hertz Transmission und EnBW sowie von Verbänden, Forschungseinrichtungen und Nichtregierungsorganisationen.

Der Potenzialatlas steht zum Download unter folgendem Link bereit:

Potenzialatlas Power to Gas:

 

Potenzialatlas Power to Gas. Klimaschutz umsetzen, erneuerbare Energien integrieren, regionale Wertschöpfung ermöglichen.

 

 

 

 

 

 


Über Power to Gas

Beim Power-to-Gas-Verfahren werden mit Hilfe von erneuerbarem Strom Wasserstoff oder Methan erzeugt. Als spartenübergreifende Systemlösung kann Power to Gas entscheidend dazu beitragen, erneuerbare Energien in die verschiedenen Energieverbrauchssektoren zu integrieren. Zum Beispiel können die über Power to Gas hergestellten Gase in der Industrie, im Verkehr und in der Wärmebereitstellung fossile Energieträger ersetzen. Darüber hinaus ermöglicht Power to Gas, die große Kapazität des Erdgasnetzes als Speicher für nicht integrierbaren Strom aus erneuerbaren Energien zu nutzen. Perspektivisch kann Power to Gas unter Nutzung des Erdgasnetzes als Langzeitspeicher dienen.


Über die Plattform

Die Strategieplattform Power to Gas setzt sich für die Weiterentwicklung der Systemlösung Power to Gas ein. Sie wird von der dena gemeinsam mit 37 Partnern aus Wirtschaft, Forschung und Verbänden umgesetzt. Weitere Informationen zur Strategieplattform und ihren Partnern unter www.powertogas.info.


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Katja Reisswig