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Wie wird das Thema Energie spannend? – Im Interview mit CareToSave

Interview mit Philipp Mahr, einem der Gründer, von CareToSave

„Wie wird das Thema Energie spannend?“ Mit dieser Frage haben sich die Gründer von CareToSave intensiv beschäftigt. Technewable sprach mit einem der Gründer Philipp Mahr über ihr Social Start-up CareToSave, den Eisbären namens Hyko und was dieser mit dem Thema Energie zu tun hat.

Das Interview ist Auftakt einer Reihe von Video-Interviews gemeinsam mit Sven Schwalbe von formeffekt.eu .

The Story behind CareToSave

Die Geschichte von CareToSave beginnt 2014 in London. Hier treffen die beiden Gründer Andriy  und Philipp aufeinander. Sie stellen fest, dass sie beide ähnliche Ziele verfolgen. Beide wollen sie das Thema Energie der „Allgemeinheit verständlich machen und so Energiebewusstsein vermitteln.“ Hierfür wählen sie keinen technischen Ansatz, sondern einen spielerisch emotionalen. Mit diesem wollen sie aus einem trockenen und steifen Thema, ein leicht zugängliches und der Allgemeinheit verständliches Thema machen.

Schon während seiner Masterarbeit beschäftigte sich Gründer von CareToSave Andriy mit der Frage, wie das Thema Energie Eingang in Haushalte finden könne. Des Rätsels Lösung fand er im Zugang über Kinder und Familien. Das war jedoch zunächst die Theorie. Diese galt es mit Inhalt und Leben zu füllen sowie in die Praxis umzusetzen.

Philipp, ebenfalls Gründer von CareToSave, hatte im Gegenzug bereits ein eigenes Start-up gegründet. Auch er beschäftigte sich sehr intensiv mit der Frage, wie das Thema Energieeffizienz für Privathaushalte spannend aufbereitet werden könne. Über Verhaltenspsychologie und spielerische Ansätze, mit denen er sich ausgiebig befasst hatte, sollte der Zugang hergestellt werden.

Somit lag für beide Gründer nahe, gemeinsam ihre Ideen umzusetzen. Mit der Gründung von CareToSave wurde dieser Entschluss real und mit Hyko verwirklicht.

Das ausführliche Interview gibt es nachfolgend zum Lesen oder Anschauen.

Hyko vermittelt Familien und Kindern die spannende Welt der Energie

 

 

Technewable: Philipp, was genau ist ein Social Start-up und warum habt ihr Euch als Social Start-up gegründet?

Als Soziales Start-up definieren wir uns über einen Impact-Faktor“

Philipp: „Als „Social Start-up ist unsere Mission Gutes zu tun im weitesten Sinne und im Besonderen das Thema Energie und Energieerziehung zu vereinfachen. Es geht darum, zukünftige Generationen ein besseres Energiebewusstsein zu ermöglichen.

Als Soziales Start-up definieren wir uns nicht nur über Umsatz und Gewinne, sondern eben auch über einen Impact-Faktor. In unserem Fall wären das Energieeinsparungen in Kilowattstunden. Bei spielerischen Ansätzen ist das jedoch schwer zu messen. Es spielt allerdings bei unserer Strategie eine wichtige Rolle und wir berücksichtigen es bei unseren Entscheidungen, die wir treffen.“

 

Technewable: Kannst Du uns etwas über Euch und Euer Team erzählen?

Die Mission von CareToSave ist „Energieeffizienz und das Thema Energie in Haushalte zu bringen“

Philipp: „Wir sind sechs Personen in Vollzeit. Ich und Andriy, wir ergänzen uns sehr gut. Andriy bringt den Business-Background mit, während ich eher den technologischen Fokus habe. Das Team selbst bringt ein breites Spektrum an Hintergründen mit.

Andriy ist sozusagen der Business-Man im Start-up und ich der Technologe. Ich habe Expertise in eingebetteten Systemen und Hardwareentwicklung. Dann gibt es zwei IOS-Entwickler im Team. Thomas ist unser „Chief of Product“ und hat einen Hintergrund im Design mit Fokus auf digitalem und physischen Aspekten. Zudem gibt es eine Interaction Designerin, die sich um die spielerischen Konzepte kümmert.“

Technewable: Warum ist es wichtig sich mit dem Thema Energie zu befassen?

„Das Thema Energie ist allgegenwärtig, beinahe langweilig. Es wird vor allem dann für uns relevant,  wenn Energie nicht da ist.“

Philipp: „Das Thema Energie ist im Grunde langweilig. Es interessiert die Allgemeinheit nicht. Wir können Energie weder sehen, noch anfassen, aber sie umgibt uns. Wir sind es dennoch absolut gewohnt, dass sie da ist.

Wenn wir jetzt unser Smartphone als Beispiel nehmen, dann wird das Thema Energie erst dann interessant, wenn Energie nicht mehr da ist. Nämlich dann, wenn der Akku vom Smartphone leer ist. Dann interessiert uns die Frage, wo wir die Energie zum Laden des Akkus herbekommen, um es wieder neu aufzuladen.

Die spannende Frage ist, wie bewegt man Menschen dazu, sich für das Thema Energie zu interessieren? Denn wenn sich die Leute nicht für das Thema Energie interessieren, werden sie sich auch nicht mit dem Thema Energiesparen beschäftigen. Das heißt, das Thema Energie und Energiesparen sind eng miteinander verzahnt.

Die zweite Frage ist, wie kann das Thema Energie so aufbereitet werden, dass es spannend ist? Darin sehen wir unsere Aufgabe: Wir wollen das Thema Energie so aufbereiten, dass es spannend ist. Wir wollen es zukünftigen Generationen näherbringen. Denn im Grunde ist es ein sehr spannendes Thema, für mich als Ingenieur und für dich und viele andere auch, nur eben nicht für eine breite Allgemeinheit.“

Technewable: Um das Thema der Allgemeinheit näher zu bringen, habt ihr Hyko, den Eisbären zum Leben erweckt. Was genau verbirgt sich hinter Hyko?

„Mit Hyko bereiten wir das Thema Energie spannend auf und verbinden es mit Emotionen“

Philipp: Hyko beginnt mit einer Geschichte, nämlich der Geschichte von Hyko dem Eisbären. Hyko lebt am Nordpol und stellt fest, dass der Klimawandel stattfindet. Die Eisschollen schmelzen und seine Mutter muss immer weiter ins Meer hinausschwimmen, um Fische zu fangen.

Es ist ein digitales Kinderbuch, das wir erstellt haben mit 33 Seiten als Einführungsgeschichte. Sie erzählt von Hyko, wie er im Laufe der Zeit Superkräfte erhält. Er geht zu einer Familie nach Hause und muss feststellen, dass dort ganz viel Energie verschwendet wird.

Mit Hyko haben wir begonnen das Thema Energie zu emotionalisieren und spannend aufzubereiten. D.h. wir stellen gar nicht das Thema Energie in den Vordergrund. Es geht um die Geschichte von Hyko. Diese verbinden wir mit Licht und dem leuchtenden Eisbären.

Technewable: Wie kamt ihr auf den Namen Hyko? Und was wollt ihr mit Hyko erreichen?

„Mit unserem Projekt möchten wir auch die Akzeptanz für smarte Technologien pushen.“

Philipp: „Hyko heißt Eis in der Sprache der Eskimos. Er hieß ursprünglich Bobo, aber Hyko passt einfach besser und ist der schönere Name. Mit Hyko möchten wir das nicht nur Kinder, sondern auch Eltern etwas über Energie lernen.

Uns ist wichtig, dass dieses Thema am Ende am Küchentisch von der ganzen Familie  besprochen wird. Es ist ein spielerisches Herangehen an das Thema, bei dem Eltern und Kinder gemeinsam etwas lernen können. Wir wollen mit dem Thema die Akzeptanz auch von smarteren Technologien pushen, sei es ein Smart Meter oder eine Smart Home Lösung bis hin zur PV-Anlage oder zur Batteriespeicherlösung im Keller.“

Technewable: D.h. mit Hyko bringt ihr auch Eltern und Kindern näher, was ein Smart Meter ist?

„Wir zeigen, dass Energiedaten einen Wert haben.“

Philipp: „Genau, wir zeigen was Energiedaten sind. Heute haben wir eigentlich keine Energiedaten, wenn wir an den Stromzähler mit der drehenden Scheibe denken. Einmal im Jahr wird hier ein Datenpunkt erhoben, wenn der Ableser kommt.

Mit Smart Metern gibt es alle 15 Minuten Datenpunkte oder sogar jede Sekunde. Das ist natürlich eine Diskrepanz von gar keinen Daten zu ganz vielen Daten. Wir zeigen, dass Energiedaten einen Wert haben, indem wir sie spannend aufbereiten. Damit zeigen wir, dass man aus den Daten etwas lernen kann und das längerfristig.“

Technewable: Ihr nehmt die Familien und Kinder also mit auf die spannende Reise der Energie. Wo steht ihr mit Eurem Projekt derzeit?

„Wir sind derzeit in der Pilotphase mit Energieversorgern und bereiten den  nächste Roll-out vor.“

Philipp: „Ende letzten Jahres haben wir unsere erste Batch verschifft. Wir arbeiten aktuell mit Energieversorgern zusammen, die es an unsere Kunden weitergeben. Aktuell stehen wir in Pilotphasen mit Energieversorgern.

Wir bereiten gerade die größeren Roll-outs mit Energieversorgern und auch Privatkunden vor. Wir sind im Moment stark mit Sales und Kundenakquise beschäftigt, um auf die Stückzahlen zu kommen für den kommenden Roll-out.“

Technewable: Wer unterstützt Euch bei der Umsetzung?

„Aktuell sind wir am Bootstrapen und finanziert sich unser Projekt über Sales.“

Philipp: „Energieversorger sind unsere Kunden, aber auch Freunde, Partner und Unterstützer zugleich. Sie stehen hinter dem Projekt. Um das Projekt auf die Beine zu stellen, braucht man natürlich viele Ressourcen. Wir sitzen beispielsweise in Amsterdam in unserem Hauptquartier bei Rockstart einem Accelerator. Durch sie werden wir ebenfalls stark unterstützt.

Unser Hardware-Partner in Deutschland unterstützt uns beim Aufbau der Hardware und mit seinem Know-how. Wir haben viele Mentoren, von denen wir unterstützt werden, aber auch Freunde. Aktuell sind wir am bootstrapen, d.h. wir haben kein externes Funding, sondern finanzieren uns durch Sales sowie Entwicklungsprojekte. Sofern suchen wir auch noch weitere Partner.“


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Technewable: Genau das wäre meine nächste Frage, wie kann man Euch unterstützen?

„Wir sind auf der Suche nach einem externen Funding, um das Wachstum voranzutreiben und die Hardware weiterzuentwickeln.“

Philipp: „Wir sind aktuell auf der Suche nach einem Investment, um das Wachstum voranzutreiben und für die Entwicklung der Hardware. Hardwareentwicklung ist nicht günstig, d.h. wir haben sehr starke Bindungen in der Produktion. Das wollen wir weiter optimieren.

Es ist aber ein kapitalintensives Geschäft, deshalb suchen wir ein externes Funding, Business-Angels und VCs – natürlich auch Kunden. Der beste Fall für uns ist der Verkauf unserer Hykos. Das ist der Proof of Concept, dass es Akzeptanz findet bei unserer Kundenbasis, bei den Energieversorgern und den Endkunden. Das ist für uns das Wichtigste.“

Technewable: Das heißt den Hyko gibt es schon zu kaufen? Für welches Alter wäre euer Hyko interessant und könnte man ihn zum Beispiel zum Geburtstag verschenken?

„Mit 5 Jahren können Kinder das volle Potenzial von Hyko nutzen.“

Philipp: „Ja, den Hyko gibt es bereits zu kaufen über EnviaM unseren Pilotkunden zusammen mit einem Smart-Meter oder einzeln unter  hyko-eisbär.de, um ein bisschen Werbung zu machen.

Mit Hyko richten wir uns an Familien mit Kindern im Alter von 5 – 10 Jahren. Die Kerngruppe ist im Alter von 6 – 8 Jahren. Hyko bietet Funktionen, die auch schon für ein jüngeres Alter interessant sind, wie beispielsweise eine Nachtlicht-Funktion. Die ist auch schon für Kinder im Alter von 2 oder 3 Jahren relevant. Um das volle Potenzial von Hyko jedoch zu nutzen, ist 5 Jahre ein gutes Alter.

Technewable: Vielen Dank Philipp für die spannenden Einsichten in Euer Projekt. Wir drücken Euch die Daumen, dass ihr weitere Partner findet, mit denen ihr Euer Projekt nach vorne treibt.

 

Wer Hyko näher kennen lernen möchte, kann sich hier das folgende Video anschauen. Philipp Mahr stellt uns ihren Eisbären Hyko und seine Funktionen vor:

 

 

 

 

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Technewable

Technewable.com ist ein branchenübergreifendes B2B-Portal für die grüne Wirtschaft. Mit unserem Portal unterstützen wir die Energiewende sowie die Transformation des Wirtschaftssystems hin zu einem nachhaltigen und zukunftsgewandteren System. Unter diesem gemeinsamen Nenner vereint unser Portal Unternehmen, Start-ups, Forschungseinrichtungen und andere Organisationen aus dem grünen Bereich.

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2 Kommentare zu Wie wird das Thema Energie spannend? – Im Interview mit CareToSave

katja schrieb : administrator Report Apr 27, 2017 at 11:52 AM

Liebe Susanne, vielen lieben Dank für Dein Feedback. Das freut mich, dass Dir der Beitrag gefällt. Weitere Interviews zu spannenden Projekten folgen in Kürze.

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Susanne schrieb : als Gast Report Apr 20, 2017 at 6:21 PM

Prima Video! Danke für die Einblicke und Hintergrundinformationen. Schön, dass Katja genau die Fragen stellt, die mich interessieren und das im zweiten Spot das Produkt noch mal so gut erklärt wird. Spannendes Projekt!

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