Green Research

Software OGEMA 2.0 unterstützt intelligentes Energiemanagement

Sinnvolle Nutzung von eigenerzeugter Energie

Die Zeiten haben sich gewandelt. Längst liegt die Energieerzeugung nicht mehr nur in den Händen von Kraftwerken. Immer mehr Haushalte, Kommunen, öffentliche Einrichtungen und Unternehmen produzieren ihren eigenen Strom. Zwar deckt dieser noch längst nicht den kompletten Energiebedarf und macht eine Kraftwerksversorgung überflüssig. Doch der Anteil steigt, denn es stehen immer mehr Möglichkeiten zur Erzeugung von Strom zur Verfügung. Diese heißen Photovoltaikanlage, Blockkraftheizwerk, Miniwindkraft-Anlage, Kraftwärmekopplungs-Anlage.

Gleichzeitig gibt es immer mehr Möglichkeiten, den selbst erzeugten Strom direkt vor Ort zu nutzen. Hierfür ist jedoch eine Koordination und intelligente Steuerung der einzelnen Anwendungen und Geräte nötig. Nur so lässt sich die vor Ort erzeugte Energie effizient nutzen. Genau das leistet die Software OGEMA 2.0, die von den drei Fraunhofer-Instituten für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES), für Integrierte Schaltungen (IIS) und für Solare Energiesysteme (ISE) zusammen mit Partnern aus der Industrie entwickelt wurde.

Die Software lässt sich für vielfältige Anwendungen, ob in Gebäuden, Industrie oder der Elektromobilität nutzen. OGEMA 2.0 steht für Open Gateway Energy Management 2.0. Die Software ist quelloffen. Verwendet werden Java und OSGi als Programmiersprache. Sie basiert auf einem App-Konzept ähnlich dem von Smartphones. Dieses funktioniert unabhängig von Herstellern und Hardware. Damit lässt sich die Software problemlos adaptieren und auch von unterschiedlichen Herstellern und Anbietern von Energiedienstleistungen für individuelle Einsatzbereiche nutzen. So können individuelle Apps entwickelt und in die Software eingebettet werden.

Bedarfsgerechte Nutzung der Software durch Integration von Apps

Die Nutzer stellen sich mithilfe von Apps ihr eigenes einfach zu bedienendes Energiemanagementsystem zusammen. Sie können es ganz nach ihrem Bedarf ausrichten. Mithilfe der Apps könne beispielsweise der Energieverbrauch abgebildet und ausgewertet werden, lassen sich variable Stromtarife anzeigen und auswählen, können elektronische Geräte an- und ausgeschaltet werden. Ebenso möglich sind Wetterprognosen für das Bestimmen der Erträge von Photovoltaikanlagen oder die Integration ins Elektrofahrzeug. Mittels OGEMA 2.0 können Energieerzeugung, -speicherung und -verbrauch aufeinander abgestimmt werden. Mobile Anwendungen, wie Smartphones, Tablets und Computer ermöglichen die Steuerung.

Die Software ist ebenso mit intelligenten Stromnetzen und -zählern kompatibel („Smart Grids“ und „Smart Metern“). Beides sind Parameter, die in Zukunft eine intelligente und dezentrale Energieversorgung ermöglichen. OGEMA 2.0 leistet damit ebenso einen Beitrag zur Versorgungsstabilität zukünftiger intelligenter Stromnetze und kann ebenso in virtuelle Kraftwerke eingebunden werden.

Mit OGEMA 2.0 wird nur noch ein System zur Steuerung des Energiemanagements benötigt. Die Software funktioniere „wie ein Dolmetscher, der eine Vielzahl von Sprachen beherrscht.“ Sie nutzt eine Vielzahl unterschiedlicher Kommunikationsprotokolle, die ein Zusammenspiel von Informationen, Geräten und Anwendungen verschiedener Hersteller möglich macht.

Zusätzlich wurde in das Framework der Software ein anpassbares Sicherheitskonzept integriert. Dieses beinhaltet drei verschiedene Sicherheitslevel, die einen flexiblen Umgang sowie eine Anpassung an die jeweiligen Erfordernisse möglich machen.

Die Software kann unter Ogema.org  frei heruntergeladen und getestet werden. Ein Standardlizenzvertrag, der eine kommerzielle Nutzung erlaubt, befindet sich in Arbeit. Mit rund fünf Millionen Euro hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie die Entwicklung der Software gefördert.

Weitere Informationen zu OGEMA 2.0:

  • Interview mit Peter Heusinger vom Fraunhofer Institut für Integrierte Schaltungen in Erlangen
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  • Datenblatt zu OGEMA 2.0
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Quellen: Berliner ImpulsE BMWi Energiewende , Fraunhofer IIS ,
Katja Reisswig

Katja Reisswig