Green BusinessGreen News

Nachhaltige Materialien in der Möbelindustrie

Wachsendes Umweltbewusstsein bei Konsumenten verändert nachhaltig auch die Möbelindustrie

Aufgrund des wachsenden Umweltbewusstseins der Konsumenten beschäftigen sich immer mehr Unternehmen auch in der Möbelindustrie intensiv mit dem Thema Nachhaltigkeit. Neu entwickelte Materialien und innovative Entwicklungsverfahren finden Anwendung zur Herstellung von Möbeln. Hierbei ist ein wachsendes Interesse der Möbelindustrie an ökologischen Materialien zu verzeichnen.

Neue Designs werden entwickelt, die für den umweltbewussten Konsumenten eine nachhaltige Alternative zu herkömmlich produzierten Möbeln und Produkten darstellen. Dabei haben nachhaltige Produkte schon lange nicht mehr den typischen „Eco-Touch“. Umweltbewusst und nachhaltig sowie schönes Design und ein akzeptabler Preis sind längst keine Gegensatzpaare mehr. Für viele Konsumenten sind das die Ansprüche, die sie an einen modernen und komfortablen Lifestyle stellen. Firmen, die diesen Ansprüchen und Erwartungshaltungen mit passenden Angeboten nachkommen, können hier definitiv bei einer gut situierten Käuferschaft punkten.

Neue nachhaltige Materialien und Designs in der Möbelindustrie

Somit ist nachvollziehbar, dass auch die Möbelindustrie diesem Trend folgt. Sie reagiert damit auf sinkende Umsätze. Die Nachfrage nach sogenannten Kastenmöbel, wie beispielsweise Schränke und Küchenmöbel sinkt. Gerade die jüngere Käuferschaft bevorzugt leichte Designs. Sie setzt zunehmend auf material- und platzsparende Möbel. Angesagt sind Möbel mit innovativen, filigranen und modernem Design. Rustikal ist out. Leichte Designs widerspiegeln den Zeitgeist einer in die Stadt ziehenden urbanen Klientel, bei der individuelle und kreative Designs hoch im Kurs stehen.


Anzeige



Jede Woche aufregende Design-Produkte aus aller Welt bei MONOQI



Nicht das standardisierte Massenprodukt, sondern ausdrucksfähige und den eigenen Stil untermauernde Möbel sollen dem modernen Lebensstil Ausdruck verleihen. Weniger ist Mehr. Hier kommt der DIY-Trend ebenfalls zum Ausdruck. DIY steht für „Do-it-Yourself“ .Selbstbestimmt wird mit ausgedienten Stücken und Materialien in Verbindung mit Neuem experimentiert. Im Ergebnis entstehen Unikate. Auch auf diese Trends reagiert die Möbelbranche.

Sie nutzt solche Design-Ideen in Verbindung mit neuen Materialien zur Herstellung von Produkten. Zunehmend kommen hier auch die Resultate aus der Forschung zum Tragen. Frisch entwickelte Materialien aus Forschungs- und Entwicklungsprojekten finden nicht nur bei Kleidung und Industriegütern Anwendung. Sie werden ebenso in der Möbelindustrie genutzt. So finden die neu entwickelten, frisch aus Forschungslaboratorien stammenden Materialien viel schnellere Verwendung. Auch hier zeichnet sich ein wachsender Markt ab.

Wohin die Reise geht, hat das Forschungskuratorium Textil e.V. in seiner Broschüre „Perspektiven 2025 – Handlungsperspektiven für die Textilforschung der Zukunft“ aufgezeichnet. Heute noch kaum vorstellbar ist, dass in Zukunft auch unsere Kleidung und Möbel, nicht nur funktional, sondern auch smart werden. So könnten in absehbarer Zeit bereits Wände, Tische und Heimtextilien Funktionen von Computern übernehmen. Im Trend liegen leuchtende Vorhänge, heizende Wände, sich selbstreinigende Teppiche. Sensoren in Bodenbelägen und Teppichen könnten so beispielweise Einbrüche melden, indem sie Alarmsignale weiterleiten.

Einen guten Überblick über solche „smarten Textilien“ gibt die Fachbroschüre „Smart Textiles – Licht, Wärme, Daten aus der Faser„, die ebenfalls vom Forschungskuratorium Textil e.V. (FKT) erstellt wurde. In ihr wird der aktuelle Forschungsstand aufgezeigt und die vielfältigen Einsatzbereiche smarter Fasern.

„Der Markt für Textilien mit außergewöhnlichen Eigenschaften wächst rasch. Textilien, die Strom leiten und erzeugen, Wärme oder Kälte produzieren oder mit integrierten medizinischen und technischen Sensoren Signale und Informationen übermitteln, sind für viele Branchen spannend. S. 44“

„Wenn Licht, Wärmeerzeugung oder Sensorik in Textilien integriert werden, erhalten Fasern und textile Flächen revolutionäre Eigenschaften. Textilien mit Sensorfunktion beispielsweise ermöglichen die Erfassung von Vitalparametern, Temperatur oder Feuchte. Damit sei „auch die Bahn frei für die Energieerzeugung aus Licht inklusive ihrer Speicherung in Kleidung”, sagt FKT-Chef Dr. Klaus Jansen.

Großes Potenzial bergen solche technologischen Innovationen, wenn sie mit ökologisch nachhaltigen Kriterien zusammengedacht und entwickelt werden. Dann lässt sich ihr Nutzen in doppelter Sicht erhöhen. Daraus ergeben sich unzählige neue Anwendungsfelder auch im Wohnbereich. Doch nicht nur im Innenbereich von Häusern und Gebäuden ergeben sich neue Einsatzbereiche. Auch im Außenbereich z.B. bei Gartenmöbeln lassen sich neue resistente Materialien nutzen, die für wechselnde Wetter- und Witterungsverhältnisse geeignet sind. Gartenmöbel sollten daher nicht nur zweckdienlich sein. Sie sollten nach Möglichkeit bei der Herstellung wenig die Umwelt belasten, langlebig und funktional sein, wie sich auch vom Design in das Umfeld integrieren lassen.

Ein Fallbeispiel für eine Anwendung im Bereich nachhaltige Möbelindustrie

Welche Möglichkeiten bestehen nun für Unternehmen, um neue nachhaltigere Materialien für die Herstellung ihrer Produkte zu nutzen? Nachhaltige Aspekte sollten sich unter Berücksichtigung ökonomischer Aspekte in den gesamten Produktionsprozess integrieren lassen. Wie auch schon in anderen Beiträgen auf Technewable ausführlich dargestellt, lässt sich beides sehr gut darstellen.


Ausgewählte Beiträge zum Thema Nachhaltigkeit und nachhaltiges Wirtschaften auf Technewable.com:


Ein Beispiel für den Bereich nachhaltige Möbel liefert das italienische Möbelhaus Unopiù. Es hat sich auf die Herstellung von Garten Lounge Möbel und Zubehör spezialisiert, wie auch Teppiche. Für seine neuste Teppich-Kollektion „Baku“ wurde eine neuartige Polyolefinfaser verwendet. Sie ermöglicht es, den Teppich sowohl im Innen- als auch im Außenbereich zu nutzen. Die Faser ist recycelbar und wurde mit dem Zertifikat Oeko-Tex Standard 100 Klasse 1 ausgezeichnet. Die Teppiche sind aufgrund dieser Faser schmutzabweisend und resistent gegen Bakterien und Gerüche. Die Teppiche können problemlos in der Waschmaschine gewaschen werden. Auch für die sensible Haut von Kleinkindern sind die Fasern aufgrund ihrer Hautverträglichkeit unbedenklich. Über ein funktionales Design passen sich die Teppiche in jedes Ambiente ein.

Fazit

Ein Beispiel das zeigt, wie neue Materialien für umweltfreundliche Produkte in der Möbelindustrie genutzt werden und daraus neue Produkte kreiert werden, die hohen Design- und Umweltanforderungen einer anspruchsvollen Kundschaft berücksichtigen. Damit stellen sich immer mehr Unternehmen, auch aus der Möbelindustrie auf das steigende Umweltbewusstsein der Konsumenten ein und nutzen hierzu neue, ökologische Materialien.

Positiv ist, wenn sich der ökologische Wandel sowohl in den Produkten und bei den Konsumenten als auch in der Corporate Identity der Unternehmen niederschlägt. Damit ließen sich wachsende Ansprüche von Kunden mit wachsenden Umwelterfordernissen besser in Einklang bringen. Mitarbeiter und Führungskräfte würden Kunden mit hohem Umweltbewusstsein besser verstehen und deren Bedürfnissen nachkommen können.

Langfristig profitieren Unternehmen, Mitarbeiter und Kunden von diesem Wandel. Unternehmen stehen heute zahlreiche Möglichkeiten zum Umsatteln auf GreenTech-Innovationen und Circular Economy zur Verfügung. Sie gilt es zu nutzen. Doch nicht nur, um Kosten zu sparen, sondern für eine zukunftsweisende Wirtschaft, die Umweltverträglichkeit mit den Interessen nachwachsender Generationen zu verbinden weiß.

Bildquelle: archidea / 123RF Lizenzfreie Bilder

Artikelbewertung: 
[Gesamtbewertungen: 0 - Durchschnitt: 0]
Quellen: Clusterplattform Deutschland

Katja Reisswig

Katja Reisswig ist promovierte Sozial- und Wirtschaftswissenschaftlerin. Sie ist Gründerin des branchenübergreifenden B2B-Portals technewable.com für Akteure der grünen Wirtschaft. Ziel des Portals ist, grüne Lösungen und Technologien bekannter zu machen, grüne Akteure miteinander ins Gespräch zu bringen und den Transfer hin zu einer grünen Wirtschaft kommunikativ zu begleiten.

Einen Kommentar posten

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind mit einem * markiert.