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Internationaler „Solar for All“ Wettbewerb prämiert zwei Solar-Unternehmen aus Indien

Gewinner des „Solar for All“ Wettbewerbs versorgen 24.000 Menschen in Indien mit erneuerbarer Energie

Im Rahmen des internationalen Solar for All Wettbewerbes erhalten zwei Gewinner des von der Canopus Stiftung und dem Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme (ISE) initiierten Wettbewerbs eine Finanzierung auf der für Energie-Projekte spezialisierten Crowdfunding-Plattform bettervest.com. Das erste Projekt hat bereits zwei Drittel der benötigten Summe eingesammelt. Durch das Projekt können insgesamt 4.000 Haushalte und somit rund 24.000 Menschen an ein lokales solarbetriebenes Stromnetz angeschlossen werden. Sie waren bislang von der öffentlichen Energieversorgung abgeschnitten.

1,1 Mrd. Menschen weltweit noch immer ohne Zugang zu Strom

Um Energiearmut in Schwellen- und Entwicklungsländern zu bekämpfen, rief die Canopus Stiftung zusammen mit dem Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme (ISE) den Solar for All Wettbewerb für innovative Ideen zur dezentralen Stromversorgung von ländlichen Gebieten ins Leben. Die Initiative verfolgt das Ziel, den weltweit 1,1 Milliarden Menschen ohne Strom, den Zugang zu nachhaltiger Sonnenenergie zu ermöglichen.

Mit dem Solar for All Wettbewerb wird die beste Idee ausgezeichnet, welche auf innovative Art zu einer kostengünstigen und global einsetzbaren solaren Dorfstromversorgung in Entwicklungsländern beiträgt. „Uns war besonders wichtig, Lösungen zu finden, die Gemeinden den Zugang zu Strom ermöglichen, also solche, die technologisch funktionieren und bei denen das Finanzierungsmodell tragfähig ist. Unser Hauptkriterium dabei war die Multiplizierbarkeit des Projektes, um langfristig vielen Regionen einen Zugang zu Strom zu ermöglichen. “ Herr Prof. Dr. Weber, Fraunhofer Institut ISE.

Interview mit Herrn Prof. Dr. Weber, Fraunhofer Institut ISE und Dipl. Ing. Marilyn Heib, Geschäftsführerin bettervest:

 

Gewinner erhält Energiewende-Darlehen in Höhe von 200.000 Euro

Den ersten Platz des weltweit ausgeschriebenen Wettbewerbs teilen sich zwei innovative Unternehmen: Mera Gao Power und Boond Engineering. Beide Unternehmen konnten die aus internationalen Experten bestehende Jury mit ihren Konzepten für eine solare Insellösung im nordindischen Bundesstaat Uttar Pradesh überzeugen. Dieser Gewinn bedeutet für die jungen Unternehmen den Zugang zu einem Energiewendedarlehen in Höhe von jeweils 200.000 EUR, welches über die Crowdfunding-Plattform bettervest finanziert wird. Die Finanzierung für den ersten Gewinner Mera Gao Power aus Indien startete bereits und hat rund 130.000 Euro eingesammelt.



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Mera Gao Power versorgt ländliche Bevölkerung Nord-Indiens mit Elektrizität mittels Microgrids

Mit dem Konzept 4.000 Haushalte, also rund 24.000 Menschen in abgelegenen, ländlichen Ortschaften im indischen Bundesstaat Uttar Pradesh mittels Microgrids mit Elektrizität zu versorgen, konnte das vom World Economic Forum ausgezeichnete Unternehmen Mera Gao Power (MGP Indien) die aus internationalen Experten bestehende Jury des Solar for All Wettbewerbs überzeugen. Dem Konzept wurde auch über die Grenzen Indiens hinaus viel Beachtung geschenkt. So wurden die eigens entwickelten Microgrids 2012 vom „Technology Review“ des Institute of Technology (MIT) als eine der zehn wichtigsten technologischen Errungenschaften des Jahres beschrieben.

Im Rahmen des Projekts wird MGP Indien 200 solcher Microgrids bauen, um netzferne nordindische Haushalte mit Solarenergie zu versorgen. Das kostengünstigste Microgrid benötigt nur zwei Solarmodule, um nachts sieben Stunden lang zwischen 16 und 30 Haushalte zuverlässig mit Strom zu versorgen. Es ist vollständig automatisiert. Strom wird durch Solaranlagen generiert und in einer Tiefzyklusbatterie gespeichert. Jeder Haushalt erhält zwei LED-Leuchten und ein Handyladekabel. Auf diese Weise können Haushalte auch nachts beleuchtet und Handys geladen werden. Kunden bezahlen für diesen Service umgerechnet ca. 1,73 € im Monat.

Beteiligung der Crowd: Crowdfunding auf bettervest für Gewinner des Wettbewerbs

Die Crowdfunding-Plattform bettervest ermöglicht Bürgern in nachhaltige Energieprojekte zu investieren und im Gegenzug finanziell an der nachhaltigen Elektrifizierung Indiens beteiligt zu werden. Dies bedeutet, dass die Gewinner des Wettbewerbs jeweils 200.000 Euro Investitionskapital durch die Unterstützung der Crowd, also viele Kleininvestoren, erhalten. Die Investoren wiederum bekommen bis zum Ende der Vertragslaufzeit jährlich einen Teil ihrer Investition und die vorher vereinbarte Rendite zurückbezahlt. Dies hat mehrere Vorteile: Der Projektinhaber erhält Startkapital für ein Energieprojekt, Investoren unterstützen ein lokales Projekt und erhalten Rendite auf deren Investment. Zudem wird eine nachhaltige Stromquelle erzeugt, welche Menschen vor Ort hilft, Zugang zu sauberen und günstigen Strom zu erhalten.

Ein Kurz-Video zum Projekt mit einem Statement des Projektinhabers finden Sie hier:

 

Für weiterführende Informationen der Link zum Projekt:

https://www.bettervest.com/projekt/Canopus-Solar-Microgrids-MGP-Indien

In circa 4-6 Wochen soll das Projekt für den zweiten Gewinner Boond Engineering auf der Crowdfunding-Plattform für Energie-Projekte online gehen.

„Wir freuen uns sehr darüber, dass wir unserer Crowd die innovativen Ideen von den Gewinnern des Solar for All Wettbewerbs vorstellen können und somit auch unseren Teil dazu beitragen, Menschen in Indien einen nachhaltigen Zugang zur Stromversorgung zu ermöglichen.“ so Marilyn Heib, Geschäftsführerin von bettervest.


Energieversorgung in Indien: 300 Millionen Inder ohne Zugang zu Elektrizität

In Indien leben nach jüngsten Schätzungen 1,3 Milliarden Menschen, also circa 18 % der Weltbevölkerung. Der Großteil der Menschen wohnt auf dem Land (67 %). Hier herrscht zum Teil grassierende (Energie-) Armut. Rund 24 Prozent der Inder, das sind rund 304 Millionen Inder haben keinen Zugang zu Elektrizität. In keinem Land der Welt leben mehr Menschen in Energiearmut als in Indien.

 


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Dr. Katja Reisswig

Katja Reisswig ist promovierte Sozial- und Wirtschaftswissenschaftlerin. Sie ist Gründerin des branchenübergreifenden B2B-Portals technewable.com für Akteure der grünen Wirtschaft. Ziel des Portals ist, grüne Lösungen und Technologien bekannter zu machen, grüne Akteure miteinander ins Gespräch zu bringen und den Transfer hin zu einer grünen Wirtschaft kommunikativ zu begleiten.

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