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Gelebte Nachhaltigkeit in Unternehmen (TEIL 2)

Nachhaltigkeit in Unternehmen: Kleine Maßnahmen große Wirkung?

Warum Nachhaltigkeit in Unternehmen eine immer größere Rolle spielt, wurde im ersten Teil des Beitrags „Gelebte Nachhaltigkeit in Unternehmen“ (Teil 1) beleuchtet. Im zweiten Teil zeigen wir anhand von ausgewählten Beispielen, wie Unternehmen bereits mit einfachen Maßnahmen und geringen Investitionen ihre Nachhaltigkeit verbessern können.

Große Effekte für Einsparungen lassen sich in den Bereichen in Unternehmen erzielen, die viel und intensiv genutzt werden. Dazu gehören beispielsweise der Einsatz und Gebrauch von Ressourcen und Energie zur Herstellung von Gütern, die Verwendung von Arbeitsmaterialien, die Arbeitsplatzausstattung im Unternehmen, der Einsatz von Hard- und Software, Personal und die Logistik. All das sind Bereiche, in denen schon kleine Maßnahmen große Wirkung in Sachen Nachhaltigkeit erzielen können. Und bei steigender Unternehmensgröße, erhöhen sich zudem die zu erzielenden Effekte in Sachen Nachhaltigkeit.

Nehmen wir das Beispiel Papierverbrauch

Der Anteil an Altpapier ist in Deutschland in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. Von knapp 49 Prozent Altpapier im Jahr 1990 auf fast 74 Prozent im Jahr 2014, wie das Bundesumweltamt ermittelt hat. Das ist die gute Nachricht. Dadurch ließ sich Holz-, Wasser- und Primärenergieverbrauch pro Tonne Papier deutlich reduzieren. Gleichzeitig stieg in demselben Zeitraum der Papierverbrauch pro Einwohner in Dt. kontinuierlich an. Inzwischen liegt er bei 251 kg Pappe, Papier und Karton pro Einwohner.

Hier können Unternehmen, die auf einen bewussten Umgang beim Einsatz von Papier und Verpackungen legen, einen großen Beitrag in Richtung Sparsamkeit beim Papierverbrauch leisten. Eine Maßnahme wäre weniger zu drucken. Doch weniger Drucken ist nur das eine. Umweltfreundliches Papier und Verpackungsmaterial nutzen, welches beispielsweise mit dem FSC Label oder dem Blauen Engel ausgezeichnet ist, das andere. Auch lässt sich durch den bewussten Umgang bei der Erstellung und Nutzung beispielsweise von Werbematerialien und Marketingerzeugnissen jede Menge Papier in Unternehmen einsparen.

Wer seine Druckerzeugnisse dann noch bei einer umweltfreundlichen Druckerei, wie beispielsweise der Umweltdruckerei erstellen lässt, steigert die zu erzielenden Nachhaltigkeitseffekte zusätzlich. Wer auf einen umweltfreundlichen Versand von Gütern, Werbematerial oder Briefen setzt, wie es die Deutsche Post beispielsweise mit ihrem GoGreen Programm anbietet, leistet einen wichtigen Beitrag zur Einsparung von CO2-Emissionen. All das zusammen spart nicht nur Papier und schützt Wälder. Es reduziert Energie- und Ressourcenverbräuche im Unternehmen und führt letztendlich auch zu Kosteneinsparungen und einer verbesserten Nachhaltigkeit in Unternehmen.

Kaffeetasse mit Kaffeebohnen auf Tisch

Kaffee ist das beliebteste Getränk in Deutschland vor Bier.

Nehmen wir das Beispiel Kaffeekonsum

Bei keinem Meeting darf heute der Kaffee fehlen. Ebenso selbstverständlich wie der Kaffeekonsum daheim, ist er es am Arbeitsplatz oder unterwegs. Deutschland ist, wie andere Industrienationen auch, ein Kaffeeland. Kaffee ist hierzulande das beliebteste Getränk noch vor Bier. Der durchschnittliche Pro-Kopf Verbrauch von Kaffee lag, laut Kaffeeverband, im Jahr 2015 bei 7,2 kg pro Bundesbürger. Deutschland rangiert damit beim Kaffeekonsum auf Platz 6 im internationalen Vergleich.

D.h. umso mehr Kaffee zuhause oder bei der Arbeit getrunken wird, umso wichtiger sind Herkunft, Zubereitung und Genuss von Kaffee in Hinblick auf die Nachhaltigkeit. Für Unternehmen bieten sich hier Ansätze, um auch in Sachen Kaffeekonsum ihre Nachhaltigkeit zu verbessern. Sie können beispielsweise auf energieeffiziente Kaffeemaschinen setzen, die eine umweltverträgliche Zubereitung des Kaffees ermöglichen.

Neben klassischen Filtermaschinen empfehlen sich hierzu Kaffeevollautomaten mit Mahlfunktion. Frisch gemahlener Kaffee schmeckt nicht nur besser, er ist auch besser für die Umwelt. Auch können Unternehmen auf die Herkunft des Kaffees besonderes Augenmerk legen, indem sie beispielsweise Kaffee aus kontrolliertem ökologischen Anbau und fairem Handel bereitstellen, wie ihn beispielsweise die Tchibo Coffee Service GmbH für seine Business-Kunden anbietet. Zudem vertreibt das Unternehmen hochwertige Kaffeemaschinen, beispielsweise von ihrem Markenpartner WMF und berät Unternehmen beim Kauf oder Leasing von Kaffeemaschinen – individuell zugeschnitten auf das jeweilige Business.

Weitere Beispiele für mehr Nachhaltigkeit in Unternehmen

Eine Vielzahl weiterer Maßnahmen zur Steigerung der Nachhaltigkeit lassen sich für Unternehmen leicht umsetzen, die wenig Geld kosten. Anstelle von Getränken aus Supermärkten, könnte beispielsweise das hochwertige Trinkwasser aus Wasserleitungen genutzt werden. Mit Getränkesprudlern und Sirups kann dem Getränk der fehlende Kick verschafft werden. Transport, Kistenschlepperei und Rücknahme von Pet oder Wasserflaschen einschließlich deren erneuten Aufbereitung entfallen.

Weiterhin bietet sich der Wechsel zu einem Ökostrom oder Gas Anbieter für Unternehmen an. Wer nicht selbst seinen eigenen Strom auf dem Dach durch PV-Anlage produziert, kann auf die Angebote zahlreicher Energiedienstleister zurückgreifen. Viele Stromanbieter unterstützen zudem aktiv den Ausbau neuer Solaranlagen, auch wenn die kürzlich von der Bundesregierung vorgenommenen Regulierungen des Energiemarkts den weiteren Ausbau Erneuerbarer Energien erschweren.

Bei der Ausstattung von Arbeitsplätzen können Unternehmen auf die Umweltverträglichkeit ihrer Büro-Möbel achten. Das gleiche gilt für die Anschaffung von IT. Auch hier gibt es inzwischen umweltfreundliche System-Lösungen. Wer sich hier einen guten Überblick verschaffen möchte, dem ist die Seite des Blauen Engel zu empfehlen. Denn was viele nicht wissen, der Blaue Engel ist das älteste Umweltzeichen in Deutschland. Es hat bei Verbrauchern hohes Ansehen. Mit dem Blauen Engel sind inzwischen rund 12.000 Produkte in 120 verschiedenen Produktgruppen ausgezeichnet worden. Der Blaue Engel steht für besonders nachhaltige Produkte. Nur die aus Umweltsicht besten Waren und Dienstleistungen einer Produktgruppe erhalten den Blauen Engel.

Unternehmen, die sich hinsichtlich ihrer Energie- und Ressourcenverbräuche individuell beraten lassen möchten, können die Dienste von Energieberatern in Anspruch nehmen. Sie helfen bei der Analyse und dem Monitoring von Energieverbräuchen. Über Förderprogramme geben Länder und Bund finanzielle Anreize. Wer zudem noch auf einen energie- und ressourchenschonenden Umgang seiner IT setzen möchte, für den gibt es ebenso spezialisierte Dienstleister, wie ihn beispielsweise die kaneo GmbH – green IT Solutions anbietet. Das Unternehmen entwickelt insbesondere für kleine und mittelständische Unternehmen bedarfsgerechte IT-Konzepte und Lösungen, die gemeinsam mit den Firmen implementiert werden.

Eine weitere Möglichkeit sein Unternehmen mehr auf Nachhaltigkeit zu trimmen, sind flexible Arbeitszeit- und Arbeitsplatzangebote. Durch die Option auf Home-Working sparen Mitarbeiter nicht nur die Zeit für den Arbeitsweg. Es verringert gleichzeitig das Verkehrsaufkommen in Städten und auf dem Land, spart Emissionen ein und Unternehmen vielleicht auch den einen oder anderen Büroarbeitsplatz. Mitarbeitern wird zugleich die Möglichkeit für eine verbesserte Vereinbarkeit von Familie und Beruf gegeben sowie für eine ausgewogenere Work-Life-Balance. Das steigert die Motivation und reduziert Fehlzeiten. Für Unternehmen hat es den zusätzlichen Vorteil auf Fachkräfte außerhalb des regionalen Einzugsbereichs zurückgreifen zu können.

Fazit: Nachhaltigkeit ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor

Nachhaltigkeitskonzept

Eckpfeiler der Nachhaltigkeit: Wirtschaft, Gesellschaft, Umwelt

Wie sich zeigt, gibt es viele kleine Maßnahmen, die große Wirkung in Sachen Nachhaltigkeit in Unternehmen erzielen können. Der Beitrag sollte hierzu einige Anregungen geben, wie Unternehmen sich künftig nachhaltiger ausrichten können. Eine verbesserte Nachhaltigkeit stärkt die Verantwortung von Unternehmen, steigert ihre Wirtschaftlichkeit bei gleichzeitiger Verringerung des Ressourcenverbrauchs und des Energiebedarfs. Es verbessert Arbeitsbedingungen, Arbeitsklima und fördert das Engagement der Mitarbeiter. Es stärkt die Identifikation der Mitarbeiter mit dem Unternehmen und trägt zu einer Verringerung von Kosten bei. Von all dem können Unternehmen, die auf mehr Nachhaltigkeit setzen, auf lange Sicht nur profitieren. Nachhaltigkeit ist somit ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für Unternehmen.

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Katja Reisswig

Katja Reisswig ist promovierte Sozial- und Wirtschaftswissenschaftlerin. Sie ist Gründerin des branchenübergreifenden B2B-Portals technewable.com für die grüne Wirtschaft. Ziel des Portals ist, grüne Lösungen und Technologien bekannter zu machen, grüne Akteure zu vernetzen und den Transfer hin zu einer grünen Wirtschaft kommunikativ zu begleiten.