Green Research

Für die Energiewende Neuausrichtung der Energiemärkte nötig – Forscher aktiv dabei

Forscher wollen künftig bei der Neuausrichtung der Energiemärkte aktiv mitgestalten

Eine erfolgreiche Energiewende benötigt viele Puzzleteile, die passgenau ineinandergreifen: So müssen zum Beispiel Konzepte für innovative Technologielösungen erstellt und dafür neue Materialien entwickelt werden. Doch auch die Mechanismen des Energiesystems selbst werden sich grundlegend ändern. Auf die künftigen Anforderungen bereitet sich das EWE-Forschungszentrum NEXT ENERGY vor. Es hat sein Forschungsportfolio erweitert, um die Neuausrichtung der Energiemärkte aktiv mitgestalten zu können. Details zur inhaltlichen Ausrichtung des neuen  Forschungsbereichs „Energiesysteme“ sowie aus den Bereichen „Photovoltaik“ und „Energiespeicher“ erläutern die Wissenschaftler von NEXT ENERGY auf der vom 10. bis 12. Juni 2012 in München stattfindenden Fachmesse Intersolar Europe.

Das Stromnetz muss künftig bis hinunter zur Verteilnetzebene enormen Schwankungen standhalten, da zunehmend fluktuierende Erneuerbare Energien eingespeist werden. Gleichzeitig müssen Speicher- und Umverteilungsstrategien für überschüssige Energie entwickelt werden. „Deshalb wollen wir Konzepte für mehr Flexibilität am Strommarkt erarbeiten. Unsere breit aufgestellten Kompetenzen ermöglichen dabei einen lösungsorientierten interdisziplinären Wissenstransfer“, erklärt Dr. Karsten von Maydell, Leiter des neuen Bereichs „Energiesysteme“. „Stationäre Redox-Flow-Batterien oder die Speicherkapazität von Elektrofahrzeugen spielen in unseren Überlegungen ebenso eine Rolle wie zum Beispiel die Kopplung von Strom und Wärmesektor.“ Auch die Steigerung des Eigenverbrauchs von Solarstrom sowie die Optimierung photovoltaischer Systeme, zum Beispiel als Teil von Inselnetzen, liegt im thematischen Aktionsradius des neuen Bereichs.

Konzepte für mehr Flexiblität am Strommarkt. Redox-Flow Batterien für den Einsatz in stationären Großspeichern

NEXT ENERGY erarbeitet Konzepte für mehr Flexibilität am Strommarkt. Redox-Flow-Batterien könnten künftig als stationäre Großspeicher für überschüssige Energie eingesetzt werden. Foto: NEXT ENERGY

Der Forschungsbereich „Photovoltaik“ stellt den Technologietransfer aus der Materialforschung bis zur Integration in marktfähige PV-Anwendungen in den Mittelpunkt. “ Auf Basis unserer bisherigen PV-Entwicklungen können wir Solarmodule flexibler in Produkte wie Foliendächer oder Kühl-Lkw integrieren. Hier unterstützen sie zum Beispiel die Gebäudeklimatisierung oder das autarke Kühlsystem“, verdeutlicht Bereichsleiter Dr. Martin Vehse und betont: „Damit schließen wir die Lücke zwischen reiner Technologieentwicklung und dem PV-Produkt für den Endanwender.“

 

Mit den Anforderungen an die Batterietechnik im Gesamtsystem befasst sich der NEXT ENERGY-Bereich „Energiespeicher“. Die Oldenburger Wissenschaftler stellen dar, wie sich unterschiedliche Faktoren zum Teil überlagern und den leistungsfähigen Betrieb von Batterien beeinträchtigen. „Deshalb haben wir uns darauf spezialisiert, die Einflüsse thermischer und elektrischer Lasten auf das Verhalten kommerziell erhältlicher Zellen und Batteriesysteme zu erforschen“, sagt Bereichsleiter Dr. Wedigo von Wedel. „Für Hersteller können wir daraus Betriebsempfehlungen und Vorschläge zur Designoptimierung ableiten“.

Alterung von Batteriezellen, Forschungsgegenstand von NEXT ENERGY

Welche Faktoren die Alterung von Batteriezellen beeinflussen, untersucht NEXT ENERGY in sogenannten „Post-Mortem-Untersuchungen“. Beispielhaft ist hier die Schädigung der Elektrodenstruktur einer Testzelle nach 3000 Ladezyklen unter dem Lichtmikroskop zu sehen. Foto: NEXT ENERGY

Weitere Untersuchungen haben die Klärung von Degradationsphänomenen, also der Alterungsmechanismen von Batteriezellen, und Fragen zur funktionalen Sicherheit von Batteriesystemen zum Gegenstand. Auf diesen Gebieten streben die Speicher-Experten weitere Kooperationen in nationalen und internationalen Forschungsprojekten an.

Das Forschungsinstitut NEXT ENERGY präsentiert sich vom 10.bis 12. Juni 2015 auf der Intersolar Europe in München in Halle B2, Stand 332.

 

 

Über NEXT ENERGY – Forschung für die Energie von morgen

Das EWE-Froschungszentrum für Energietechnologie NEXT ENERGY ist ein gemeinnütziges Forschungsinstitut mit der Zielsetzung, die technischen Veränderungen auf dem Weg zu einer klimafreundlichen, wirtschaftlichen und sicheren Energie-Infrastruktur aktiv mitzugestalten.

Mit den Forschungsbereichen Photovoltaik, Brennstoffzellen und Energiespeicher verfügt das Institut von der Materialforschung bis zur Anlagen-Integration über Kompetenzen in drei Schlüsseltechnologien für die Energiewende. Diese Komponenten führen wir in unseren vierten Forschungsbereich Energiesysteme zu integrierten Lösungen für Gebäude, Städte und Regionen zusammen. Zudem befassen wir uns mit der Modellierung und Analyse von Energiesystemen. In enger Kooperation mit Partnern aus Wissenschaft und Industrie arbeitet das Institut anwendungsorientiert und interdisziplinär.

NEXT ENERGY ist ein eigenständiges An-Institut der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg und unter dem Dach des gemeinnützigen Vereins „EWE-Forschungszentrum für Energietechnologie e.V.“ organisiert. Diesem gehören neben der Universität Oldenburg und dem Land Niedersachsen auch die EWE AG als maßgeblicher Förderer an.

Artikelbewertung: 
[Gesamtbewertungen: 0 - Durchschnitt: 0]
Quellen: NEXT ENERGY
Technewable

Technewable