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Ein „Pflanzgarten“ für Wachstumstechnologien zur wechselseitigen Befruchtung von Unternehmen

Gastbeitrag Dr. Steffen Huth, Investment Manager

Mit langfristigen Investments Basis für Wachstumstechnologien schaffen

Während Wachstumstechnologien einen guten Nährboden benötigen, um sich voll zu entfalten – braucht eine Beteiligungsgesellschaft eine wohl durchdachte Investitionsstrategie und ein breit aufgestelltes Portfolio für seine Risikodiversifizierung. Beides lässt sich miteinander vereinen, um nachhaltigen Mehrwert und win-win für Unternehmen und Beteiligungsgesellschaft zu schaffen. Mit unseren Beteiligungen an neuen Wachstumstechnologien bereiten wir diesen Boden. Gleichzeitig achten wir auf ein diversifiziertes Portfolio.

3 Schwerpunkt-Cluster

Die Abacus alpha GmbH investiert in neue Wachstumstechnologien. Unser Fokus liegt auf drei Schwerpunkt-Clustern:

  1. Automation und Elektrotechnik
  2. Green- und Cleantech
  3. Personal- und Industriedienstleistungen

Bei den ersten beiden Clustern interessieren uns insbesondere technologieorientierte Unternehmen, die sich mit Wachstumstechnologien, wie beispielsweise Internet of Things (IoT) oder Industrie 4.0 beschäftigen. Im Bereich Green- und Cleantech sind es Technologien, die beispielsweise auf Ressourceneffizienz und Recycling abzielen.

Das dritte Cluster ergänzt die anderen beiden Cluster für eine ganzheitliche Sichtweise. Wachstumstechnologien bereiten den Boden für neue Märkte. Mit dem Entstehen neuer Märkte ändern sich gleichzeitig Kundenwünsche und -bedürfnisse. Diese wiederum erfordern neue bzw. angepasste Serviceleistungen. Zugleich stellt sich die Frage nach Personal. Hier legen wir unseren Fokus auf Fachkräftesicherung und Personalentwicklung.

Beteiligungsstrategien und Diversifizierung

Für Beteiligungen haben wir bei Abacus alpha zwei verschiedene Beteiligungsstrategien entwickelt. Das ist zum einen eine „Buy and Hold“-Investitionsstrategie. Hier geht es darum, die Fortführung von Unternehmen langfristig und nachhaltig zu sichern. Zum anderen verfolgen wir eine „Buy and Build“- Investitionsstrategie. Bei dieser nutzen wir gemeinsam Stärken für ein gesundes Wachstum und den Ausbau der Marktposition des Unternehmens.

Bei unseren Investments sind sowohl Minderheits- als auch Mehrheitsbeteiligungen möglich. Unser Ziel ist es, einen „Pflanzgarten für Wachstumstechnologien“ zu schaffen, in dem sich Unternehmen gegenseitig befruchten können. Neben Kapital, welches wir hierzu zur Verfügung stellen, begleiten wir die Unternehmen bei ihrer Unternehmensentwicklung, unterstützen sie bei der Markterschließung und der Anbahnung von Kooperationen. Hier profitieren die Unternehmen von unseren Erfahrungen und unserem Unternehmenshintergrund. Die Abacus alpha ist aus dem Umfeld eines international agierenden börsennotierten Unternehmens erwachsen, das bereits auf 150 Jahre Firmengeschichte zurückblickt. Die einzige Gesellschafterin von Abacus alpha, die Johannes und Jacob Klein GmbH, ist gleichzeitig die Mehrheitsaktionärin der KSB AG.

Investitionsfokus „Bestehendes mit Neuem“ verbinden

Über ein gezieltes Matching bringen wir junge Technologieunternehmen mit mittelständischen Handels-, Dienstleistungs- und Industrieunternehmen zusammen. Unsere Mission ist es, Bestehendes mit Neuem zu verbinden. Um das zu gewährleisten, bauen wir unser Portfolio immer weiter aus. Dieses besteht einerseits aus etablierten und bereits langjährig am Markt bestehenden Unternehmen, die in den Bereichen Energie, Wasser, Abwasser und Werkstoffe tätig sind.

Hierbei handelt es sich um Unternehmen, die Technologien anwenden. Diese bringen wir mit neuen Wachstumstechnologien in Berührung und begleiten sie bei der Implementierung. Ausschlaggebend für eine Beteiligung an etablierten Unternehmen sind für uns Umsätze und idealerweise ein positiver Cashflow. Hier betrachten wir, welche Stellung das Unternehmen bereits im Markt erreicht hat oder über welches Potenzial es verfügt, eine besonders gute Marktpositionierung zu erreichen.

In besonderen Fällen investieren wir aber auch in Restrukturierungen oder engagieren uns bei Insolvenzen. Ein weiterer Bereich unseres Engagements liegt im Management Buy-Out, d.h. im Bereich des Nachfolgemanagements von Unternehmen. Hier entwickeln wir stabile Strukturen in Unternehmen, die eine Fortführung von Lebenswerken im Sinne der Angehörigen ermöglichen.

Unser Hauptfokus liegt auf Wachstumstechnologien und -märkten. An jungen technologieorientierten Unternehmen beteiligen wir uns, wenn bereits ein serienreifes Produkt für erste Umsätze sorgt. In ausgewählten Fällen ist eine Beteiligung jedoch auch schon früher denkbar. Bestehenden Unternehmen möchten wir den Weg in die Zukunft erleichtern, indem wir ihnen Zugang zu neuen Wachstumstechnologien verschaffen. Durch das Andocken an junge Unternehmen mit innovativen Geschäftsmodellen vereinfachen wir diesen Zugang.

So bringen wir beispielsweise junge Unternehmen und Start-ups die sich auf Automatisierung spezialisiert haben mit Industrieunternehmen zusammen. Auf die Weise kommen auch kleinere Beteiligungen an Industrieunternehmen zustande. Bei den Start-ups starten wir in der ersten Runde mit Investments, die sich bei einem Equity-Einsatz um die 500.000 Euro bewegen. Bei Buy-Outs kann dieser auch schon einen zweistelligen Millionenbetrag umfassen.

Strukturiertes Vorgehen

Sowohl junge, als auch etablierte Unternehmen unterstützen wir gezielt auf Basis einer fundierten Analyse bei ihrer Unternehmensentwicklung. Unter Berücksichtigung ihrer Unternehmenskultur und -werte wollen wir gemeinsam mit ihnen ein gesundes Wachstum erzielen. Unsere Entscheidung für ein Investment hängt hierbei von verschiedenen Faktoren ab. Neben einem überzeugenden Management-Team interessiert uns der unternehmerische Background, ein ausgereiftes und überzeugendes Geschäftsmodell sowie eine klare Fokussierung. Eine wichtige Grundlage ist, dass wir und das Unternehmen sich eine gemeinsame, langfristig gute Zusammenarbeit vorstellen können.

Demzufolge schauen wir uns viele Unternehmen an und wählen gezielt Unternehmen aus, mit denen wir in einen engeren Austausch treten. Der Kontakt zu den Unternehmen erfolgt über verschiedene Kanäle. Beispielsweise besuchen wir Veranstaltungen oder arbeiten mit soliden und renommierten Mergers & Acquisitions Agenturen, Corporate Finance Instituten oder Privatbanken zusammen. Über unser Netzwerk erhalten wir ebenso Anfragen.

Unternehmen, die unser Interesse geweckt haben, bitten wir, uns Infomaterial zu senden, wie zum Beispiel Broschüren, Websites oder Teaser. Diese bilden die weitere Grundlage für den Austausch. Im Team beraten wir uns, ob das Unternehmen in die engere Wahl kommt. Ist dies der Fall, lassen wir uns nach Unterzeichnung einer Vertraulichkeitserklärung weitere Informationen zukommen, besuchen das Unternehmen vor Ort und laden das Management zu einem Pitch, d.h. einer Unternehmenspräsentation ein.

Alle Beteiligungen erfolgen entlang einer strukturierten Vorgehensweise. Es sind jedoch individuelle und fallbezogene Investitionsentscheidungen, bei denen der Faktor Mensch eine große Rolle spielt.  Besteht gegenseitiges Interesse an einer Beteiligung, bildet die Unterzeichnung einer Vertraulichkeitsklärung die Basis weiterer Gespräche. Nach der Unternehmenspräsentation durch das Management und bei positiven Commitment erfolgt eine erste Unternehmensbewertung anhand betriebswirtschaftlicher Kennzahlen. Daran schließt sich ein erstes unverbindliches Kaufpreisangebot im Rahmen eines Letter of Intent an. In gegenseitigem Einverständnis und enger Kooperation beginnt die Due Diligence, d.h. die Phase der gründlichen Prüfung des Unternehmens. Endet diese Phase mit einem positiven Ergebnis, folgt ein verbindliches Angebot. Mit erfolgreichem Abschluss der Kaufvertragsverhandlungen endet die Transaktion.

Zeitlich unterscheiden sich die Beteiligungsverfahren ebenfalls. So gibt es Beteiligungen, die innerhalb weniger Monate zustande kommen. Das ist der Fall, wenn das Managementteam bereits über Investitionserfahrungen verfügt oder es sich bei den Gründern um Serial Entrepreneurs, d.h. Mehrfachgründern handelt. Dagegen dauern Beteiligungsverfahren, in denen es um Buy-Outs geht in der Regel länger. Auch bei kleineren Beteiligungen an Unternehmen, bei denen das Management über keine entsprechenden Investitionserfahrungen verfügt, kann das Beteiligungsverfahren etwas länger dauern. Denn oft ergeben sich rechtliche und vertragliche Fragen, die zunächst geprüft und geklärt werden müssen. Somit bestimmt die Art der Beteiligung auch Dauer und Umfang von Beteiligungsverfahren.

Ausschlusskriterien für eine Beteiligung

Unser Investitionsfokus bei Abacus alpha ist auf Langfristigkeit ausgerichtet, d.h. wir investieren ausschließlich in Unternehmen, die bereit sind mit uns als Partner über einen langen Zeitraum hinweg zusammenzuarbeiten. Unser Anliegen ist es, Unternehmen zu begleiten, ihnen beim Aufbau von Strukturen zu helfen und sie über unser Netzwerk zu unterstützen. Damit gehen unsere Investments über die eines reinen Kapitalgebers hinaus. Wir interessieren uns für moralische und ethisch wertvolle Investments mit Zukunftsperspektive. Hingegen interessieren uns keine kurzfristigen auf Exit ausgerichteten Investments. Diese schließen wir kategorisch aus. Ebenso lehnen wir eine Beteiligung an Unternehmen aus den Bereichen Pharma, BioTech und Chemie ab, da sie nicht in unserem Investitionsfokus stehen.

Fazit

Letztendlich entscheiden eine Reihe an Faktoren darüber, ob wir uns an Unternehmen beteiligen. Neben der Technologie und klaren Wirtschaftlichkeitsaspekten gehören dazu ebenfalls weiche Komponenten, wie zum Beispiel der unternehmerische Hintergrund und das Team. Gemeinsam arbeiten wir mit Unternehmen an der erfolgreichen Entwicklung und dem Wachstum ihres Unternehmens. Dafür schaffen wir die notwendigen Voraussetzungen.

 

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Dr. Steffen Huth

Dr. Steffen Huth ist seit 2014 als Investment Manager bei der Abacus alpha GmbH tätig. Er ist Diplom-Kaufmann, absolvierte ein Zusatzstudium an der Dongbei University of Finance & Economics, VR China und promovierte am Institut für Mittelstandsforschung (ifm) der Universität Mannheim.


* Der Beitrag ist in redaktioneller Zusammenarbeit mit Technewable.com entstanden.