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Crowdinvesting ist deutlich besser als sein Ruf

Gastbeitrag von Stephan Eger, Projectmanager bei greenXmoney

Crowdinvesting und Crowdfunding verzeichnen seit Jahren positive Entwicklung

Die unterschiedlichen Formen der „Schwarmfinanzierungen“ sind mittlerweile fester Bestandteil der deutschen Finanzlandschaft. Crowdfunding und Crowdinvesting verzeichnen Jahr für Jahr eine äußerst positive Entwicklung. Mehr und mehr Kunden vertrauen den Anbietern und nutzen die Angebote zur Diversifizierung ihrer Anlagestrategie. Dies ist besonders bemerkenswert, da die Branche oftmals belächelt und als risikobehaftet kritisiert wird. Als Anbieter der Crowdinvesting-Plattform www.greenxmoney.com erleben wir täglich die Ressentiments aber auch die Erfolgsgeschichten, die unsere Branche treffen. Dabei können wir leicht feststellen: Crowdinvesting ist deutlich besser als sein Ruf.

Mediale Berichterstattung nimmt zu, bedient aber zu häufig Klischees

Ein aktuelles Beispiel der zwar immer mehr werdenden, aber auch recht einseitigen Berichterstattung in der Presse, ist ein groß angelegter Vergleich der Stiftung Warentest, der in der Finanztest 09/2017 veröffentlich wurde. Fast gebetsmühlenartig wird mit hohen Ausfallquoten Angst geschürt. Quoten, die insbesondere im Bereich der Erneuerbaren Energien definitiv nicht erreicht werden oder gar zu befürchten wären. Besonders unschön ist dies, da ein solcher Bericht selbstverständlich auch im breiten Tagesmedienspektrum weitergegeben wird. So spricht beispielsweise die Schwäbische Zeitung von „ernüchternden Ergebnissen“ der Untersuchung der Stiftung.

Aus unserer Sicht erstaunlich ist dabei, dass uns auch von unseren Wettbewerbern nur eine marginale Anzahl von Projekten bekannt ist, bei denen ein Ausfall zu beklagen ist. Zu Ausfallzahlen, die beispielsweise der regulierte Kapitalmarkt zu verzeichnen hat, kommt es weder prozentual noch in absoluten Zahlen.

Crowdfunding schreibt Erfolgsgeschichten

Auch die Anleger scheinen den breit gefächerten Angeboten des Crowdfunding-Marktes zu vertrauen. Sei es in Unternehmensfinanzierungen, Finanzierungen im Bereich der Erneuerbaren Energien oder Immobilienfinanzierungen, allein die Mitglieder des Bundesverbandes Crowdfunding haben im Jahr 2017 bisher 106 Millionen Euro mit über 52.000 Einzelinvestments generiert (Quartalszahlen Q1-Q3 2017).

Verbandsmitglieder sammeln mehr als 100 Millionen Euro für Crowdinvesting Projekte in Deutschland ein

Quartalszahlen für Q1-Q3/2017: Verbandsmitglieder sammeln mehr als 100 Millionen Euro für Crowdinvesting-Projekte in Deutschland ein. Quelle: Bundesverband Crowdfunding, 09.10.2017

Ein Blick auf die Mitgliederliste des Bundesverbandes zeigt auch, was ein Grund für die immer größere Bedeutung des Marktes für Anleger sein kann: Kaum ein anderer Markt bietet eine derart große Diversifikation. Durch verschiedenste Vertragsangebote wie direkte Beteiligungen, Nachrangdarlehen, endfällige oder annuitätische Angebote oder „Wattpapiere“ ergibt sich die Möglichkeit für jeden ein maßgeschneidertes Investment zu tätigen. Hinzu kommen äußerst variable Laufzeiten und Renditen und nicht zuletzt auch Mindestinvestmentsummen, die es wirklich jedem erlauben mitzumachen. All dies ist natürlich nicht nur auf Investorenseite, sondern auch auf Anbieterseite von Vorteil, ergeben sich doch multiple Möglichkeiten Kapital aufzunehmen.

Ganz wichtig für Anleger ist dabei, dass sich all die unterschiedlichen Investitionsvarianten auch hinsichtlich der Risiken und Sicherheiten unterscheiden. Auch hier bietet Crowdfunding die Chance, diese Risiken persönlich zu bewerten und ein ganz unabhängiges, persönliches Risikoprofil aufzubauen, welches letztlich der eigenen Kontrolle unterliegt.

Das „Wattpapier“ als Beispiel von innovativem Crowdinvesting

Die beschriebene Diversität kann erreicht werden, da der Crowdfunding-Markt innovativen Geschäftsmodellen Raum bietet. Ein solches bieten wir bei greenXmoney.com: Das „Wattpapier“.

So nennen wir den Forderungskaufvertrag, mit welchem jeder ab 500 € Einsatz die zukünftigen Einspeiseerlöse einer erneuerbaren Energieanlage über einen klar definierten Abtretungszeitraum und mit einer festen Rendite erwerben kann. Dieser Ansatz lässt sich in keine der bisherigen Schubladen der Geldanlage stecken und lässt sich am einfachsten mit dem Beispiel eines Orangenbaums vergleichen:

Stellen Sie sich vor, Sie sind Besitzer eines Orangenbaumes. Jedes Jahr ernten Sie die Früchte und verkaufen diese. Sie wissen, was Ihnen dieser Verkauf Jahr für Jahr einbringt. Nun planen Sie den Kauf einer Erntemaschine und benötigen hierfür Kapital. Sie könnten den Baum verkaufen, allerdings wäre dieser dann inklusive der zukünftigen Erträge unwiderruflich aus Ihrem Besitz und die Erntemaschine wäre auch nicht mehr so richtig sinnvoll. Sie können aber auch die zu erwartenden Erträge der kommenden Jahre anbieten. Damit sammeln Sie einmalig Kapital und zahlen dies durch die zukünftigen Einnahmen zurück. Damit verbinden Sie viele Vorteile: Alle Erträge, die nicht für die Rückzahlung benötigt werden, bleiben bei Ihnen, ebenso wie die Erträge der Jahre nach Rückzahlende. Sollten einmal in einem besonders guten Jahr sehr viele Orangen verkauft werden, behalten Sie sämtliche Übererträge. Um schlechten Jahren vorzubeugen, haben Sie natürlich nicht alle Einnahmen abgetreten, so lässt sich auch ein Minderertrag verkraften. Letztendlich ein super Geschäft und die Erntemaschine kann ihren Zweck erfüllen.

Genauso funktioniert auch greenXmoney. Der Ertrag einer PV-Anlage als Beispiel ist sehr gut zu kalkulieren, da der Abnahmepreis durch das EEG gesetzlich geregelt ist. Anbieter können somit maßgeschneidert Erträge anbieten, Kapital aufnehmen und ihre Wertschöpfungskette verlängern. Käufern von „Wattpapieren“ bietet sich ein vergleichsweise sicheres Produkt, dass neben einer klassischen monetären Rendite auch einen ökologischen Mehrwert erbringt, da jede Auszahlung auf eine produzierte und eingespeiste Kilowattstunde einer exakt zu bestimmenden erneuerbaren Energieanlage zurückzuführen ist. Zudem ist das „Wattpapier“ kein klassisches Finanzprodukt, sondern ein Kauf, der erstrangig, handelbar und einzig abhängig von der Performance der Energieanlage ist. Ein aktuelles Beispiel bietet das Angebot „Semmenstedt“, bei dem die Erträge einer hervorragend vergüteten PV-Anlage in Niedersachsen angeboten werden.

Crowdinvesting als Bereicherung des klassischen Geldanlagemarktes

Produkte wie das „Wattpapier“, aber auch die Angebote anderer Crowdinvesting-Plattformen als Bedrohung oder Konkurrenz zu klassischen Anlageformen zu sehen wird diesen nicht gerecht. Vielmehr sollten sie als Bereicherung wahrgenommen werden. Schließlich geben sie dem Anleger die Möglichkeit zur Beimischung und Diversifizierung. Und sie bieten einen Weg, neben der Investition in anonyme, komplexe Finanzprodukte eine selbstbestimmte, ganz auf das private Risiko- und Anlageprofil abgestimmte Anlageentscheidung zu setzen. Diese Chance gilt es zu erhalten und nicht durch bevormundende und unverhältnismäßige Regulierung zu zerstören.

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Stephan Eger

Der Autor Stephan Eger ist seit 2015 Projektmanager bei greenXmoney und dabei unter anderem für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig.

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