Green Solutions

400 Deodosen für ein Kinderfahrrad

„R’cycle!“ deutschlandweite Kampagne zum Recycling von Deodosen gestartet

Viel zu viele nicht mehr genutzte Gebrauchsgüter landen im Müll und werden als vermeintlicher Abfall entsorgt. Dabei stecken in ihnen wertvolle Rohstoffe, die auf diese Weise vergeudet werden. Nach Prof. Michael Braungart, dem Begründer der „Cradle to Cradle“ Bewegung, werden damit Rohstoffe zu Grabe getragen und unwiderruflich zerstört. Mittels Re- und Upcycling lässt sich dem begegnen, lassen sich Abfälle vermeiden und Ressourcen schonen. Aus den vermeintlichen Abfällen entstehen neue Dinge, denen quasi ein neues Leben eingehaucht wird.

Der Ressourcenverschwendung begegnen

Auf das Problem der Ressourcenvergeudung will eine gemeinsam von der Drogeriekette dm und Unilever gestartete Initiative „R’cycle!“ aufmerksam machen. Sie wollen mit dem Projekt für einen nachhaltigen Umgang mit Ressourcen sensibilisieren. Bei dem Projekt geht es um die Wiederverwendung leerer Deoaluminiumdosen. Sie sind das Ausgangsmaterial für die Herstellung neuer Fahrräder.

Deodosen bestehen aus dem Leichtmetal Aluminium. Es ist ein Wertstoff, der bei Wiederverwendung weniger Energie verbraucht als bei seiner Erzeugung. Zudem lässt er sich ohne große Qualitätsverluste re- und upcyceln. Bis April 2016 sollen aus den gesammelten Aludosen 800 neue Kinderfahrräder handgefertigt und an soziale Einrichtungen gespendet werden. Die Dosen werden zu 100 Prozent wiederverwendet. Neben dem Verpackungsaluminium werden auch die Kunststoffkappen und das verbliebene Restgas recycelt.

„R´cycle!“ war im vergangenen Jahr bereits als Pilotprojekt in 82 dm-Märkten gestartet. Nun wird das Projekt auf ganz Deutschland ausgeweitet. Jeder kann mitmachen! und seine leeren Deodosen in dm-Märkten abgeben.

dm-Recycling Station

dm-Recycling Station Foto: TerraCycle

Gemeinsam möchten dm und Unilever mit der Initiative zeigen, wie wichtig neben Reduzierung die Wiederverwertung von Verpackungsmaterialien ist. Zu diesem Zweck wird nun die dm-Recyclingstation für den Zeitraum der Initiative um eine Sammelmöglichkeit für Aludosen erweitert.

Die Koordiniation des gesamten Recyclingprozesses erfolgt durch TerraCycle, einem jungen Unternehmen, dass sich auf das Re- und Upcycling spezialisiert hat. TerraCycle kümmert sich um die Abholung der Dosen bis hin zur Fahrradproduktion. Die Herstellung der Fahrräder übernimmt die niedersächsische Fahrradmanufaktur Nicolai.

Verwendung der Fahrräder für einen guten Zweck

Das in den dm-Märkten bestehende interne Rückführungssystem wird genutzt, um die leeren Dosen zu sammeln und sie in die Nordeifelwerkstätten zu bringen. Hier erfolgt eine zentrale Sammlung und Sortierung des Materials. Die Deodosen werden in ihre Bestandteile zerlegt und das Aluminium in Pressbaren geschmolzen. Im nächsten Verarbeitungsschritt entstehen die Rohre für die Fahrräder, aus denen in der Fahrradmanufaktur Nicolai die handgeschweißten Rahmen entstehen.

Nach Fertigstellung erhalten die Fahrräder verschiedene soziale Einrichtungen in ganz Deutschland. Mit ihnen sollen die Kinder nicht nur die Freude am Fahrradfahren entdecken, sondern auch ihre motorischen Fähigkeiten schulen.

Zehn Fahrräder erhält die Arche Berlin, eine soziale Initiative, die sich für Kinder aus einem sozial benachteiligten Lebensumfeld engagiert. Wolfgang Büscher von der Arche freut sich über die Unterstützung: „Mit den Fahrrädern wollen wir Kindern helfen, die dringend ein Fahrrad benötigen, weil ihres zum Beispiel gestohlen wurde. Schön, wenn wir durch diese Aktion zusätzliche Räder zur Verfügung stellen können.“

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Quellen: TerraCycle
Katja Reisswig

Katja Reisswig